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„Drei Schwestern" in der Inszenierung von Susanne Kennedy.

„Drei Schwestern" in der Inszenierung von Susanne Kennedy.
Foto: Nikolaus Ostermann

Drei Schwestern von Anton Tschechow

Ein Stück in einer Minute

Das Drama des russischen Schriftstellers Anton Tschechow wird in Wien in einer Bearbeitung von Susanne Kennedy im Wiener Volkstheater gespielt.

Das Drama des russischen Schriftstellers Anton Tschechow (1860 bis 1904) wurde am 31. Januar 1901 am Moskauer Künstlertheater uraufgeführt. In Wien wird das Werk in einer Bearbeitung von Susanne Kennedy ab 22. September im Wiener Volkstheater auf der Bühne zu sehen sein.


Inhalt: „Drei Schwestern"

„Drei Schwestern" wird meist als Zeugnis der Dekadenz der vorrevolutionären bürgerlichen Gesellschaft interpretiert. Die Geschwister Masja, Olga und Irina leben in der russischen Provinz, träumen aber von einem Leben in Moskau. Sie sind der Meinung, dass das Leben noch mehr zu bieten hat. Doch langsam verblassen die Träume. Die schöne, aufregende Zukunft bleibt nur ein Versprechen. Alle drei Schwestern begraben ihre Sehnsucht nach Moskau und arrangieren sich mehr oder wenig mit einem Leben in der Provinz. Zufrieden werden im Stück nur stumpfe und dumme Menschen. In der russischen Literatur wurde durch das Stück der Ausruf „Auf nach Moskau!" etabliert, um eine unerfüllte Sehnsucht zu charakterisieren.

Innovatives Drama

Tschechow führt in „Drei Schwestern" formale Elemente ein, die zur Entstehungszeit des Dramas neuartig und ungewöhnlich waren: Statt eines einzigen Handlungsschwerpunkts kreuzen sich die Nebenhandlungen. Zudem gibt es keine einzelne Protagonistin oder keinen Protagonisten sondern gleichwertige „Nicht-Held:innen“.

Am Volkstheater feiert die Inszenierung von Susanne Kennedy am 22. September Premiere.
Foto: NIkolaus Ostermann
Am Volkstheater feiert die Inszenierung von Susanne Kennedy am 22. September Premiere.

Bearbeitung von Susanne Kennedy

„Susanne Kennedy will die Schwestern von ihrer unerfüllten Sehnsucht befreien und schlägt einen Perspektivenwechsel vor: Was, wenn die Zeit ein Kreis ist und wir jeden einzelnen Augenblick unseres Lebens immer wieder leben werden? Für Nietzsche bedeutete die Idee der ewigen Wiederkehr, ständig bereit zu sein – die absolute Bejahung", informiert das Wiener Volkstheater.

Die Motive des Eingesperrtseins in einer Endlosschleife hat gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie an Aktualität gewonnen. Nach der Vorstellungen an den Münchner Kammerspielen geht „Drei Schwestern" nun in das Repertoire des Volkstheaters über und ist damit erstmals in Wien zu sehen. Die Premiere ist der Auftakt einer längerfristigen Zusammenarbeit mit Susanne Kennedy, wie Volkstheaterdirektor Kay Voges bei Präsentation der neuen Spielzeit betonte.

Wiener Volkstheater: Drei Schwestern nach Anton Tschechow

Julia Schilly
Autor
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