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Ab 7. Juli ist Werner Schwabs Stück in Reichenau zu sehen.

Ab 7. Juli ist Werner Schwabs Stück in Reichenau zu sehen.
Foto: Lalo Jodlbauer

Die Präsidentinnen von Werner Schwab

Festspiele Reichenau
Ein Stück in einer Minute

Werner Schwabs 1990 uraufgeführtes Stück „Die Präsidentinnen“ wurde häufig als „Fäkaliendrama“ bezeichnet, ist aber tatsächlich ein komödiantisches Feuerwerk aus der Feder eines Sprachkünstlers. Hier finden Sie eine Zusammenfassung.


Inhalt

In Werner Schwabs zweitem Stück träumen sich Grete, Mariedl und Erna, zwei davon Mindestpensionistinnen, aus ihrer Wohnküche in ein schöneres Leben hinein. Im Hintergrund läuft der Fernseher – der Papst predigt „Urbi et Orbi“. Sie philosophieren über ihr Leben, ihre Kinder, über Sex und verstopfte Aborte. Erna macht sich große Sorgen um ihren Sohn Herrmann, der eher dem Alkohol zugetan ist als der Idee, ihr Enkel zu schenken. Grete, von ihrem Mann für eine Achtzehnjährige verlassen, hat sich ihren Dackel Lydia zur neuen Lebenspartnerin erkoren. Mariedl, die dritte im Bunde, ist Klofrau von Beruf und aus Berufung. Einen dementsprechend großen Stellenwert nehmen Fäkalien daher auch in ihren Gesprächen ein.

Sie verlieren sich in ihren Träumen, die von Liebe, Affären und Anerkennung handeln. Am Ende arten ihre Tagträume in eine erbitterte Zimmerschlacht aus, an deren Ende eine der drei auf der Strecke bleibt. „Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn“, schrieb Schwab über die Figuren seines häufig als „Fäkaliendrama“ bezeichneten Dramas. Tatsächlich ist das Stück ein komödiantisches Feuerwerk.

Johanna Arrouas ter (Mariedl) und Maria Happel (Erna) bei den Proben in Reichenau.
Foto: Lalo Jodlbauer
Johanna Arrouas ter (Mariedl) und Maria Happel (Erna) bei den Proben in Reichenau.

Entstehung

„Das Stück handelt davon, daß die Erde eine Scheibe ist, daß die Sonne auf- und untergeht, weil sie sich um die Erde dreht; es handelt davon, daß nichts Funktion sein will, nur Zerstreuung“, schrieb der Wortkünstler Werner Schwab über sein Stück. Und: „Die Sprache, die die Präsidentinnen erzeugen, sind sie selber. Sich selber erzeugen
(verdeutlichen) ist Arbeit, darum ist alles an sich Widerstand. Das sollte im Stück als Anstrengung spürbar sein.“

Die Uraufführung des Stückes erfolgte 1990 im Wiener Künstlerhaus. Seither wurde es in Österreich und Deutschland regelmäßig gespielt. David Bösch inszenierte es mit Regina Fritsch, Barbara Petritsch und Stefanie Dvorak im Wiener Akademietheater. Nun ist Werner Schwabs ikonisches Stück mit Johanna Arrouas, Maria Happel und Therese Affolter in Reichenau zu sehen.

Zu den Spielterminen von „Die Präsidentinnen“ in Reichenau!

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