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Die Staatsopern-Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf.

Die Staatsopern-Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf.
Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Arabella von Richard Strauss

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Liebeswirren rund um eine als Bub verkleidete jüngere Schwester und eine verschuldete Familie bestimmen diese letzte Oper des kongenialen Duos Hofmannsthal-Strauss. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Graf Waldner ist wegen Glücksspiels schwer verschuldet. Rettung erhofft er sich, indem er seine ältere Tochter Arabella reich verheiraten möchte. Man reist nach Wien und steigt in einem Hotel ab, wo sich schon rasch viele Verehrer tummeln, darunter auch der Offizier Matteo. Arabellas jüngere Schwester Zdenka wird, da das Geld nicht reicht, um zwei Töchter schön auszustatten, als Bub verkleidet. Auch ist ihre Mutter skeptisch, ob nicht Zdenka den Plan der reichen Verheiratung ihrer Schwester vereiteln könnte - wie es auch eine Kartenlegerin voraussagt. Matteos Werben um Arabella scheint aussichtslos, doch Zdenka schreibt ihm, der selbstmordgefährdet ist, fingierte Liebesbriefe ihrer Schwester, während diese auf den "Richtigen" wartet.

Ein Fremder, den Arabella auf der Straße und am Fenster gesehen hat, gefällt ihr. Auf dem "Fiaker-Ball", auf dem sie sich für einen Verehrer entscheiden soll, entpuppt sich dieser als der reiche Erbe eines Freundes ihres Vaters, dem dieser geschrieben und ein Bild von Arabella gesandt hatte. Er heißt Mandryka und ist zur Freude des Vaters steinreich. Schon scheint die Ehe beschlossen, als Zdenka noch einmal Wirren hineinbringt. Sie hat Matteo den Schlüssel zu Arabellas Zimmer gegeben, ihn dort aber im Dunklen selbst empfangen. Mandryka fühlt sich betrogen, als er das mitbekommt, und stellt seine Braut öffentlich zur Rede. Doch schließlich klärt Zdenka, nun in Frauenkleidung, alles auf - und zwei Paare finden zueinander.

Werkgeschichte

1910 brachte Hugo von Hofmannsthal die Novelle "Lucindor oder Figuren zu einer ungeschriebenen Komödie" in der "Neuen Freien Presse" heraus. Die Geschichte gefiel Richard Strauss, mit dem der Autor ja schon mehrfach zusammengearbeitet hatte - und er forderte Hofmannsthal auf, ein Opernlibretto zu schreiben. Inspiration kam auch von Molières Komödie "Le Dépit amoureux". Hofmannsthal stellte das Libretto kurz vor seinem Tod im Sommer 1929 fertig.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung von "Arabella" fand am 1. Juli 1933 in der Dresdner Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Clemens Krauss statt. Dieser dirigierte auch, als das Werk wenig später, am 21. Oktober 1933, erstmals an der Wiener Staatsoper aufgeführt wurde. Damals sangen Lotte Lehmann Arabella, Alfred Jerger Mandryka und Helge Rosvaenge Matteo.

Prominente Interpreten

In den 50er Jahren war Lisa della Casa eng mit der Titelrolle verbunden, die sie an verschiedenen Häusern (Bayerische Staatsoper, Salzburger Festspiele u.a.) interpretierte - auch an der Wiener Staatsoper war sie Arabella in gleich zwei Neuinszenierungen, Anton Dermota war dort ihr Matteo, Alfred Poell Mandryka. Erst 2006 kam die nächste Neuinszenierung an der Wiener Staatsoper heraus. In der Regie von Sven-Eric Bechtolf sangen Adrianne Pieczonka als Arabella, Genia Kühmeier als Zdenka, Michael Schade als Matteo und Thomas Hampson als Mandryka. Später übernahmen Camilla Nylund, Emily Magee, Anna Gabler und Anja Harteros die Titelrolle. Auch Bo Skovhus, Tomasz Koniezcny und Christopher Maltman waren als Mandryka zu sehen.

Im Rahmen von Metropolitan Opera on demand gibt es das Angebot, Otto Schenks Inszenierung in einer Aufnahme mit Kiri Te Kanawa, Wolfgang Brendel und Natalie Dessay, die als Fiaker-Milli ihr Met-Debüt gab, von 1994 zu sehen.

Theresa Steininger
Autor
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