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Alexandra Krismer ger (Lewin), Alma Hasun (Kitty), Claudius von Stolzmann (Wronski) und Silvia Meisterle (Anna Karenina)

Alexandra Krismer ger (Lewin), Alma Hasun (Kitty), Claudius von Stolzmann (Wronski) und Silvia Meisterle (Anna Karenina)
Foto: Moritz Schell

Anna Karenina von Leo Tolstoi

Theater in der Josefstadt
Ein Stück in einer Minute

In Leo Tolstois monumentalem Werk „Anna Karenina" werden nicht nur Einzelschicksale verhandelt, sondern auch patriarchale Denkmuster in Frage gestellt. Das Theater in der Josefstadt zeigt eine Bühnenadaption von Amélie Niermeyer. Eine Zusammenfassung.

Es ist nicht einfach, Leo Tolstois achtteiligen Romanepos auf ein paar wenige Sätze herunterzubrechen. Auch für Bühnenbearbeitungen stellt der umfangreiche Stoff eine Herausforderung dar. Das Theater in der Josefstadt hat sich dieser angenommen und zeigt „Anna Karenina" mit Silvia Meisterle in der Hauptrolle.

Inhalt

Das Epos verwebt die Geschichten dreier adeliger Familien miteinander. Thematisch steht das Thema Ehe bzw. Ehebruch im Vordergrund. Der Kernsatz des Romans – „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich“ steht gleich am Anfang. Die Handlung beginnt mit der Fürstin Dolly Oblonskaja, die von ihrem Ehemann Stepan betrogen wurde. Auf Anraten ihrer Schwägerin Anna Karenina gibt sie der Beziehung noch einmal eine Chance.

Anna Karenina trifft indes auf den Grafen Alexej Wronskij, in den die 18-jährige Kitty verliebt ist. Die Anziehungskraft zwischen den beiden lässt sich nicht verleugnen. Anna hält zunächst an ihrer Ehe fest, doch als sie schwanger wird, sieht sie sich gezwungen zur ihrer Affäre zu stehen. Nach einigem hin und her verlassen Anna und Wronskij die Stadt. Das von zahlreichen Krisen gebeutelte Paar ist nicht glücklich und Anna entwickelt heftige Wahnvorstellungen. Wronskij zieht in der Gewissheit, dass sein Leben ohne Anna keinen Sinn mehr habe, in den Krieg.


Werkgeschichte

Tolstois Roman, der zwischen 1873 und 1877 entstand, sorgte vor allem damit für Aufsehen, dass hier eine Frau um ihrer selbst willen die Familie verlässt und einzig ihrer Leidenschaft folgt. Der Skandal in Tolstois Roman rührt daher, dass sie, für damalige Zeiten undenkbar, offen den damals herrschenden Konventionen trotzt. Sie wird dafür von der Gesellschaft als unmoralisch gebrandmarkt und geächtet. Tolstoi beschreibt auf mehr als 1.000 Seiten die Zerrissenheit der detailgenau gezeichneten Charaktere und die unauflösbar wirkenden Konflikte zwischen dem Streben nach individuellem Glück und der sozialen Verantwortung. Er zeichnet ein Gesellschaftspanorama der Belle Époque in Russland.

Verfilmungen

Anna Karenina wurde mehrmals verfilmt. Zu den bekanntestes Adaptionen gehört die 1927 zum ersten Mal gezeigte Verfilmung mit Greta Garbo. Eine aktuellere Filmversion des Romans stammt aus dem Jahr 2021. Joe Wright führte Regie, Keira Knightley, Jude Law, Matthew MacFayden u.v.m. sind in den Rollen der adeligen Protagonist:innen zu sehen.

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