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Serena Sáenz, 30: Die katalanische Sopranistin studierte in Barcelona und Berlin. Sie startete im Opernstudio der Oper Unter den Linden. Von da an ging es steil bergauf. An der Seite von Elīna Garanča begeisterte sie in Göttweig. Ihr Debüt an der Staatsoper feierte sie 2022.

Serena Sáenz, 30: Die katalanische Sopranistin studierte in Barcelona und Berlin. Sie startete im Opernstudio der Oper Unter den Linden. Von da an ging es steil bergauf. An der Seite von Elīna Garanča begeisterte sie in Göttweig. Ihr Debüt an der Staatsoper feierte sie 2022.
Foto: NATÀLIA CORNUDELL

6 Fragen an Serena Sáenz: Kann man Schönheit lernen, Frau Sáenz?

Wiener Staatsoper

Wie ist das, wenn man in einer Oper nur zwei Arien singen darf? Was hat sich Mozart beim Komponieren gedacht? Und letztendlich die Frage aus dem Titel oben: Kann man Schönheit lernen? Ein paar Antworten von einer der schönsten Stimmen der Jetztzeit.

Als Königin der Nacht dürfen Sie nur zwei ganze Arien singen, eine davon als Rezitativ, und am Ende kommt noch ein Auftritt im Ensemble. Gut, es gibt die Rache-Arie – aber damit war’s das. Frustrierend?

Die Rolle erfordert viel Konzentration; es ist ein Sprint. Man betritt die Bühne und hat fünf Minuten, um die Attitüde der Königin zu vermitteln, sich musikalisch vorzustellen und eine makellose Koloratur zu zeigen. Es ist überhaupt nicht frustrierend, im Gegenteil, es erzeugt mehr Adrenalin als in anderen Rollen.

Was macht man die ganze Zeit sonst hinter der Bühne?

Zwischen der ersten und der zweiten Arie habe ich fast anderthalb Stunden Wartezeit in der Garderobe. Je nach Tag und Energie kann ich manchmal andere Rollen während der Pause studieren, um die Konzentration zu halten und nicht erneut vokalisieren zu müssen. Das Problem ist, dass ich kurz vor dem Auftritt meine Stimme erneut aufwärmen muss; es ist, als müsste ich wieder von vorne anfangen.

Wie kriegt man stimmlich diese Rolle hin? Die Koloraturen, die schnellen, kurzen Verzierungen, den Wumms in der mittleren Lage ...?

Ich glaube, dass die Rolle neben den hohen Tönen und einer soliden Technik auch große Anforderungen an die Haltung stellt. Wenn ich mich persönlich von der Emotion und der Rache, die ich vermitteln möchte, mitreißen lasse, kann das meine Gesangstechnik negativ beeinflussen. Für mich geht es darum, die technischen Effekte zu finden, die, präzise und gut kalkuliert ausgeführt, die Emotion der Rache sowohl in den Stakkati als auch in der Koloratur emulieren, ohne die Stimme in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen.

Was hat sich Mozart beim Schreiben dieser Rolle gedacht?

Ich denke, Mozart wollte mit dieser Rolle eine komplexe und vielschichtige Figur schaffen. Die Königin der Nacht ist sowohl mächtig als auch verletzlich. Durch die dramatische Musik und die anspruchsvollen Koloraturen wird ihre innere Zerrissenheit deutlich, und sie wird zu einer der faszinierendsten Figuren der Opernliteratur.

Letztendlich geht es doch immer um Schönheit: Was ist für Sie schön?

Für mich ist Schönheit eine Kombination aus Ästhetik, Emotionen und Ausdruck. Es geht darum, dass ein Kunstwerk, eine Inszenierung, ein Moment in einer Beziehung, eine Melodie das Herz bewegt, die Seele berührt und zum Schwingen bringt. Schönheit ist sehr subjektiv, aber wenn das, was ich betrachte, mir ein Lächeln oder ein Seufzen der Bewunderung entlockt, berührt es mich – es ist schön.

Kann man Schönheit lernen?

Ja. Es ist möglich, eine Wertschätzung für Schönheit zu kultivieren. Es geht darum, die eigene Sensibilität, besonders für Ästhetik, weiterzuentwickeln. Man sollte neugierig sein und verschiedene Kunstformen erkunden, die man bisher nicht erlebt hat, die Natur bewundern oder die Umgebung hinterfragen. Mit der Zeit kann man Türen in sich öffnen, von deren Existenz man nichts wusste.

Hier zu den Spielterminen von Les contes d’Hoffmann!

Atha Athanasiadis
Atha Athanasiadis
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