Inhalt

Anna Fierling, genannt Mutter Courage, fährt im Dreißigjährigen Krieg den Heeren als Marketenderin nach. Auch mit dabei sind ihre zwei Söhne Eilif und Schweizerkas sowie ihre Tochter Kattrin. Mutter Courage fürchtet stets das Ende des Krieges, da der ihr Geschäft befeuert, verflucht ihn aber zugleich immer wieder.

Anzeige
Anzeige

Eilif, der älteste Sohn, wird als Soldat abgeworben und entwickelt sich im Laufe der Jahre zum mehrfachen Räuber, der schließlich gehängt wird. Dies wird seine Mutter jedoch nie erfahren. Schweizerkas wird zum Führer der Regimentskassa, die er versteckt und deshalb zum Tode verurteilt wird. Kattrin wird ebenfalls von Soldaten erschossen.

Die Courage zieht allerdings immer weiter den Heeren nach, nur an ihr Geschäft denkend und im Glauben, wenigstens Eilif wäre noch am Leben.

Werkgeschichte

Brechts Stück stammt aus dem Jahr 1938. Inspiration dafür fand er vermutlich in der Geschichte der Marketenderin Lotta Svärd aus Johan Ludvig Runebergs Gedichtsammlung Fähnrich Stahl. Den Namen für seine Titelfigur entnahm Brecht Grimmelshausens Roman Trutz Simplex, in dem eine Zigeunerin namens Courasche im Dreißigjährigen Krieg als Prostituierte arbeitet. Mutter Courage hat allerdings nichts mit der Zigeunerin gemein, auch der Name wurde abgewandelt, steht er bei Brecht doch für den Mut, während er in Grimmelshausens Roman als Bezeichung für eine Vagina eingesetzt wird. Im Allgemeinen schätzte Brecht Grimmelshausens unheroische Darstellung des Krieges jedoch.

Brechts Intention war auch, die Skandinavier vor Geschäften mit Hitler und Nazi-Deutschland zu warnen.

Anzeige
Anzeige

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand 1941 in Zürich statt. Die deutsche Erstaufführung gab es dann 1949 in Berlin, Brecht selbst war sehr stark involviert in die Inszenierung. Er münzte die Thematik auf die Zerstörungen durch den Hitlerkrieg um, womit sich die Menschen im Publikum identifizieren konnten.

Von 2013 bis 2015 wurde Mutter Courage am Burgtheater Wien aufgeführt, Maria Happel in der Hauptrolle. 2019 war das Stück am Schauspielhaus Dresden zu sehen. 2022 wird es am Staatstheater Mainz gezeigt werden.

Auch einige Filme sind aus dem Stoff entstanden. So zum Beispiel eine unvollendete Version 1955, eine Theateraufzeichnung unter der Regie Brechts 1957 sowie eine weitere Aufzeichnung 1961 des Berliner Ensembles mit der gefeierten Courage-Darstellerin Helene Weigel.

„Volkstheater ist  Erlebnistheater“ 

 „Volkstheater ist  Erlebnistheater“ 

Vom Noise Essay zur Weltuntergangskomödie: Das Volkstheater stellt sich in der kommenden Spielzeit nicht nur breit auf, sondern mit Goethes „Faust“ auch ein klassisches Stück an den Anfang, das erahnen lässt, was die Welt im Innersten zusammenhält. Weiterlesen...