Zum Inhalt springen

Ein Porträt des Autors von 1889.

Ein Porträt des Autors von 1889.
Bild: rechtefrei

Iwanow von Anton Tschechow

Burgtheater
Theater in der Josefstadt
Volkstheater Wien
Ein Stück in einer Minute

Der Name Iwanow bedeutet "Alle Welt". Das beschreibt auch die Titelfigur des Stücks, die als erschöpfte Allerweltsfigur auftritt. Mehr zu Tschechows Tragödie, die ursprünglich eine Komödie war, lesen Sie hier in dieser Zusammenfassung.


Inhalt

Nikolai Alexejewitsch Iwanow lebt mit seiner jüdischen Frau Anna Petrowna, die ihre Familie für ihren Mann verlassen hat, verschuldet in der russischen Provinz. Anna leidet an Tuberkulose, was ihr Mann und der Arzt ihr jedoch verschweigen. Eine Kur kann Iwanow aufgrund seiner Schulden nicht bezahlen. Anstatt für seine Frau da zu sein, verbringt er immer mehr Zeit bei seinen Nachbarn, denen er Geld schuldet. Deren junge Tochter Sascha gesteht Iwanow ihre Liebe und Anna denkt, ihr Mann habe eine Affäre begonnen. Im Streit offenbart ihr Iwanow die Wahrheit über ihre tödliche Krankheit.

Einige Monate später ist Anna verstorben und Iwanow plant seine Hochzeit mit Sascha. Er wird jedoch von Schuldgefühlen und Zweifeln geplagt und als ihm der Arzt auch noch vor allen die Meinung geigt, weiß er nur mehr einen Ausweg, um all dem zu entgehen.

Werkgeschichte

Tschechow überarbeitete sein Stück mehrmals. Die erste Fassung wurde von ihm selbst als Komödie betitelt, während die zweite Fassung dann resgnierende Monologe und den Selbstmord der Titelfigur einführte. Die ursprüngliche Komödie endete mit der Hochzeit Saschas und Iwanows. Tschechow überarbeitete auch die zweite Version nochmals, bis dann die endgültige dritte Fassung bestehen blieb.

Aufführungsgeschichte

Die erste Fassung wurde 1887 in Moskau uraufgeführt, doch schon nach zwei Vorstellungen begann Tschechow, das Stück zu überarbeiten. Die zweite Fassung wurde dann 1888 fertiggestellt und die dritte schließlich 1889 in Sankt Petersburg uraufgeführt.

Elisabeth Plessen und Peter Zadek nutzten diese endgültige Fassung als Vorlage für ihre Inszenierung am Burgtheater 1990. 2018 war die Tragödie am Stadttheater Klagenfurt zu sehen, 2020 feierte das Stück Premiere am Schauspielhaus Bochum.

Prominente Interpreten

Am Stadttheater Klagenfurt war Gerti Drassl als Anna Petrowna zu sehen, Markus Hering spielte den Titelhelden, außerdem dabei war Maria Hofstätter.

In der Burgtheater-Inszenierung von 1990 waren Gert Voss, Angela Winkler und Hans Michael Rehberg in den Hauptrollen zu erleben.

Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
  • 4 Fragen an Roman Senkl
    In „Solaris“ wird der Psychologe Kris Kelvin auf einen Planeten geschickt, der Lebewesen...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Ringel, Ringel, Reigen
    Im „Reigen“ drückt Arthur Schnitzler dem Publikum die Lupe in die Hand und lässt es...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Erinnern statt Verdrängen
    Der Roman „Die letzten Tage“ beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der NS-Zeit rund um...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Steter Sehnsuchtsort
    Julia Stemberger spielt seit 2008 regelmäßig in Reichenau und wurde in dieser Zeit so etwas wie...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Entdeckungsreise ins Ich. Schauspielerei bedeutet für Johanna Mahaffy auch, möglichst viele Facetten der eigenen Persönlichkeit kennenzulernen.
    Zwischenwelt
    Es gibt kaum einen Zwischenraum, den Leo Tolstoi in seinem monumentalen Werk „Krieg und...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Glückliche Heimkehr
    Als Harras in Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ erlebte Stefan Jürgens nach vielen...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • 20 Jahre in 2 Stunden
    Alle einsteigen, bitte! Am 27. Juni blickt das Ensemble mit der Theaterrevue „Station...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Theater ohne Auffangnetz
    Stefan Zweigs Novelle „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ ist eine Geschichte über den...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Theater ist ein One-Taker
    Kristina Sprenger über Theater im Sommer, gesellschaftliche Verantwortung und die Unsterblichkeit...
    Von Atha Athanasiadis
1 / 12