Ein Stück in einer Minute: Phantom of the Opera von Andrew Lloyd Webber

Phantom of the Opera gehört zu den bekanntesten Musicals. Worum es geht und worauf die Geschichte eigentlich zurückgeht, ist hier kurz zusammengefasst.

Inhalt

Paris 1870: In den Katakomben der Pariser Oper treibt ein Phantom sein Unwesen und lässt Chaos entstehen. Das „Phantom of the Opera“ ist in die junge Sängerin Christine Daaé verliebt und möchte ihr durch sein Zutun zum Erfolg verhelfen. Es sorgt durch einen Unfall dafür, dass sie eine Hauptrolle bekommt. Christine wiederum trifft auf ihren Jugendfreund Raoul und die beiden verlieben sich ineinander. Dem eifersüchtigen Phantom gelingt es, Christine in die Unterwelt der Oper zu entführen, wo es ihr seine Kompositionen zeigt, die sie künftig singen soll. Der verstörten Gefangenen gelingt es, ihrem Entführer seine Maske zu entreißen und sein entstelltes Gesicht zu entblößen, woraufhin er sie zurück in ihre Garderobe bringt.

Das Phantom taucht bei einem Maskenball erneut als „roter Tod“ auf und verlangt, dass seine Oper „Don Juan, der Sieger“ aufgeführt wird. Während der Aufführung tötet es den Tenor, um selbst mit Christine zu singen. Erneut gelingt es ihm, sie in die Katakomben zu entführen. Raoul macht sich auf die Suche nach ihr und wird vom Phantom gefangen genommen. Christine, die zwar voller Angst vor ihrem Entführer ist, empfindet zugleich Mitleid für ihn. Trotzdem steht sie zu Raoul. Das Phantom lässt die beiden schließlich ziehen und Christine küsst es zum Abschied auf den Mund. Bevor die anderen Verfolger das Phantom schnappen können, verschwindet es in seinem Mantel und hinterlässt nur seine Maske.

Werkgeschichte

Das Musical in zwei Akten basiert auf dem gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Gaston Leroux aus dem Jahre 1911. Andrew Lloyd Webber fiel die literarische Vorlage zufällig in die Hände und er war sofort angetan. 1985 vollendete er den ersten Akt und präsentierte ihn einem kleineren Publikum, das sich begeistert zeigte. Also vollendete er sein Werk, das ein Jahr später Premiere feierte.

Aufführungsgeschichte

Die Premiere von Phantom of the Opera fand 1986 im Londoner West End statt. Zwei Jahre später kam es an den Broadway und wurde mit dem Tony Award gleich sieben Mal ausgezeichnet. Ebenfalls 1988 fand die deutschsprachige Erstaufführung im Theater an der Wien statt. Ab 1990 wurde das Musical auch im Raimund Theater gezeigt, die letzte Vorstellung war 1993. Bis dahin hatten ca. 1,4 Millionen Menschen das Musical gesehen. Auch in Deutschland fand das Stück Anklang. Von 1990-2001 wurde es in Hamburg, von 2002-2004 in Stuttgart und von 2005-2007 in Essen aufgeführt. Von 2013 bis 2015 fand es erneut in Hamburg zurück auf die Bühne. Das Musical wurde aber weltweit aufgeführt, so beispielsweise auch in Japan oder Korea.

2004 entstand eine Verfilmung des Musicals unter der Regie von Joel Schumacher, in dem einige inhaltliche Änderungen vorgenommen werden und in dem Gerard Butler die Rolle des Phantoms spielt. Der Film wurde sowohl für den Oscar als auch für den Golden Globe in jeweils drei Kategorien nominiert.

Von 2006 bis 2012 fand außerdem eine modernisierte Fassung des Musicals in Las Vegas statt. Besonderes Augenmerk lag hier auf den Spezialeffekten.

Prominente Interpreten

Zahlreiche Darstellerinnen und Darsteller haben die Charaktere des Musicals verkörpert. Das Phantom der Londoner Premiere wurde beispielsweise vom bekannten britischen Musicalsänger Michael Crawford gesungen. Im Raimund Theater verkörperte 1989 Alexander Goebel das Phantom, der auch zeitweise Teil des Wiener Burgtheater-Ensembles war. Der kanadisch-deutschen Opern- und Musicalsängerin Anna-Maria Kaufmann gelang mit ihrer Rolle als Christine in der Hamburger Inszenierung 1990 ihr Durchbruch.

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