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Michael Dangl und Ensemble in der Regie von Josef E. Köpplinger in der Josefstadt.

Michael Dangl und Ensemble in der Regie
von Josef E. Köpplinger in der Josefstadt.
Foto: Erich Reismann/Theater in der Josefstadt

Der Bauer als Millionär von Ferdinand Raimund

Burgtheater
Theater in der Josefstadt
Volkstheater Wien
Ein Stück in einer Minute

Durch Feen und allegorische Wesen erfährt der Waldbauer Fortunatus Wurzel, was wirklich wichtig im Leben ist. Ein Zaubermärchen mit lehrreichem Hintergedanken.


Inhalt

Die Fee Lacrimosa übergibt dem Waldbauern Fortunatus Wurzel ihre Tochter mit der Bitte, sie bescheiden aufzuziehen und sie, wenn sie 18 Jahre alt ist, einem armen Gatten zuzuführen. Nur so kann sie ihre verlorene Zauberkraft zurückgewinnen. Der Neid ist ihr aber nicht wohlgesonnen, er spielt Wurzel daher ein großes Vermögen zu. Nun baut sich dieser nicht nur ein Palais, er will Lottchen auch nicht mehr an den armen Fischer Karl verheiraten, sondern wünscht sich einen reichen Schwiegersohn. Da kommen Lacrimosa andere Zaubergeister zur Hilfe: Der Magier Ajaxerle wirbt - verkleidet als schwäbischer Schneckenhändler - um Lottchen. Doch Wurzel weist ihn ab mit den Worten: Nicht eher solle etwas daraus werden, bis er morsch und grau aussehe. Prompt kommt ihn die personifizierte Jugend besuchen, um von ihm Abschied zu nehmen. Nicht lange danach steht das hohe Alter vor der Tür. Wurzel verwünscht den Reichtum und will in seine Waldheimat zurück.

Nun möchte der Hass dem Neid helfen und bringt Karl dazu, auf einer Zauberkegelbahn einen kostbar wirkenden Ring zu erspielen. Karl glaubt, so Lottchen erobern zu können. Lottchen und die Zufriedenheit können ihn nur schwer dazu zu bewegen, den Ring wieder herzugeben. Wurzel aber hat verstanden, dass Besitz nicht alles ist. Er kommt als Aschenmann auf die Bühne und fasst im "Aschenlied" seine Erkenntnisse zusammen. Durch Zauberkraft gelingt es, Karl zum Abnehmen des Rings zu bewegen. Er ist wieder der arme Mann, den Lottchen heiraten möchte. Lacrimosa erlangt ihre Zauberkraft zurück und die Zufriedenheit schenkt dem Brautpaar ein Fischergut. Wurzel ist wieder ein Waldbauer geworden - und zufrieden.

Werkgeschichte

In diesem Werk, das auch "Das Mädchen aus der Feenwelt" heißt, hat Ferdinand Raimund die Tradition des Alt-Wiener Volkstheaters mit jener des Zauberstücks verbunden. Ferdinand Raimund hatte die Angewohnheit, eine Rolle für sich selbst zu schreiben. Hier war es natürlich der Fortunatus Wurzel, der leidvoll erleben muss, dass Reichtum und Zufriedenheit nicht zwingend zusammenhängen, sondern dass man das wahre Glück nur durch Bescheidenheit und Liebe erlangen kann. Raimund dürfte den Stoff frei erfunden haben, es mangelte damals aber nicht an realem Anschauungsunterricht durch gesellschaftliche Umschichtungen.

Aufführungsgeschichte

Das Stück wurde am 10. November 1826 am Theater in der Leopoldstadt uraufgeführt, selbstverständlich mit Ferdinand Raimund in der Rolle des Fortunatus Wurzel und mit Therese Krones als Jugend, die das berühmte "Brüderlein fein" sang, das auch autonom bekannt wurde. Das romantische Zaubermärchen ist zu einem österreichischen Klassiker geworden.

Prominente Interpreten

1961 gab es bei den Salzburger Festspielen eine Inszenierung mit Josef Meinrad als Fortunatus Wurzel, Käthe Gold als Fee Lacrimosa, Christiane Hörbiger als Lottchen, Paula Wessely als Zufriedenheit, Hans Moser als hohes Alter und Otto Schenk als Lorenz. Diese Aufführung aus der Felsenreitschule wurde auch auf Video beziehungsweise später DVD herausgebracht.

Eine Aufzeichnung gibt es auch von der Volkstheater-Fassung von 2004 mit Erwin Steinhauer, Fritz Muliar und Vivien Löschner.

Als legendär ist Jürgen Flimms Inszenierung von den Salzburger Festspielen 1987/88 mit Otto Schenk, Elisabeth Rath, Julia Stemberger, Gertraud Jesserer, Wolfgang Böck, Ottfried Fischer, Heinz Marecek und anderen.

2018 brachte das Theater in der Josefstadt eine Version von Regisseur Josef Ernst Köpplinger heraus, in der Michael Dangl, Martin Niedermair, Wolfgang Hübsch, Theresa Dax und Julia Stemberger besetzt waren.

Theresa Steininger
Autor
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