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Brendan Saye wollte Tänzer werden, seit er als Kind das Ballett „Romeo and Juliet" gesehen hatte. Der gebürtige Kanadier ist seit 2022 Erster Solotänzer beim Wiener Staatsballett.

Brendan Saye wollte Tänzer werden, seit er als Kind das Ballett „Romeo and Juliet" gesehen hatte. Der gebürtige Kanadier ist seit 2022 Erster Solotänzer beim Wiener Staatsballett.
Foto: Mato Johannik

Brendan Saye: Erster Solotänzer des Wiener Staatsballetts

Wiener Staatsballett

Als er mit 10 Jahren „Romeo and Juliet“ sah, war dem gebürtigen Kanadier klar, dass er professioneller Tänzer werden wollte. Er machte eine Ausbildung an Canada’s National Ballet School und wurde unmittelbar darauf in das Ensemble des National Ballet of Canada engagiert. Seit 2022 ist er Erster Solist beim Wiener Staatsballett. Sein Debüt an der Staatsoper gab er als Prinz Désiré in „Dornröschen“ von Martin Schläpfer und Marius Petipa.

Wann haben Sie zu tanzen begonnen – und wie hat sich Ihre Karriere im Weiteren entwickelt?

Ich habe mit acht Jahren angefangen und ab dem 12. Lebensjahr professionell trainiert. Mit 18 bin ich dann zum National Ballett Canada gekommen. Als ich zehn Jahre alt war, habe ich „Romeo and Juliet“ auf der Bühne gesehen, das war der Zeitpunkt, wo ich wusste, dass ich das als Beruf machen möchte. Später, mit 21, habe ich Romeo selbst getanzt, das war meine erste Hauptrolle. Letztes Jahr im März habe ich beschlossen, nach Europa zu gehen, ich bin also noch ziemlich neu hier.

Der physische Aspekt des Balletts ist klar ersichtlich. Welche Qualitäten sollte man darüber hinaus mitbringen, wenn man professionell tanzen möchte?

Das ändert sich gerade sehr. Im traditionellen Ballett war die Vorstellung von Körper sehr eingeschränkt. Heute sollten wir offener und progressiver sein, was die Körpertypen und den jeweiligen Background der Tänzer*innen betrifft. Aber unabhängig davon braucht man Willenskraft, die Bereitschaft, hart zu arbeiten und vor allem Kunstsinn. Denn letzten Endes sind wir Künstler und betreiben keine Gymnastik.

Haben Sie eine Präferenz für klassisches Ballett oder eher für modernen Tanz?

Ich mache alles und könnte nicht sagen, dass ich das eine dem anderen vorziehe.

Auf welche Art lernen Sie Choreographien?

Wir proben im Studio mit unseren Coaches, die uns die Chorographie näherbringen. Durch dauernde Wiederholungen lernen wir schließlich das ganze Stück.

Wie lange merken Sie sich die Schrittfolgen?

Das kommt auf das Stück an, darauf, welchen Einfluss eine bestimmte Rolle auf einen hat. Es gibt Ballette, die sehr wichtig für mich waren, wie eben „Romeo and Juliet“. Wahrscheinlich könnte ich morgen ins Studio gehen und sofort wieder damit beginnen.

Bleibt noch Zeit für Interessen neben dem Ballett?

Tanzen ist ziemlich zeitaufwendig (lacht). Aber ich habe eine Hündin und verbringe gerne Zeit mit ihr. Da ich neu in der Stadt bin, versuche ich natürlich, Wien besser kennenzulernen und die Sprache ein wenig zu lernen. Ich liebe es, zu kochen und beschäftige mich seit einigen Jahren mit Choreographie. Meine Arbeiten wurden bereits in London und New York gezeigt, und ich habe vor, das wieder zu forcieren.

Klaus Peter Vollmann
Klaus Peter Vollmann
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