Zum Inhalt springen

„Asyl Tribunal“ war ein öffentlicher theatraler Gerichtsprozess, an dessen Ende ein Urteil gefällt und dieses gegenüber der Republik verkündet wird.

„Asyl Tribunal“ war ein öffentlicher theatraler Gerichtsprozess, an dessen Ende ein Urteil gefällt und dieses gegenüber der Republik verkündet wird.
Foto: Rezzarte

Asyl Tribunal: Ein Rechtsstaat ist ein Rechtsstaat ist kein Rechtsstaat

Werk X-Petersplatz

Alireza Daryanavard inszeniert für das Werk X-Petersplatz einen theatralen Gerichtsprozess, der sich mit aktuellen Problemlagen rund um das Thema Asyl beschäftigt. Am letzten der fünf Termine wird das Urteil präsentiert.

Ausgehend von Karl Nehammers Aussage „Ein Rechtsstaat muss ein Rechtsstaat bleiben“ beschäftigt sich das Theaterkollektiv Hybrid in „Asyl Tribunal – Klage gegen die Republik“ mit der Frage, ob das auch für den Asylbereich gilt. Der an fünf Abenden stattfindende öffentliche Gerichtsprozess ist der letzte Programmpunkt auf der Premierenliste des Werk X-Petersplatz. Inszeniert wird die Uraufführung von Alireza Daryanavard, der 2020/21 mit seinem Stück „Blutiger Sommer” eine Nestroy-Nominierung in der Kategorie „Bester Nachwuchs männlich“ erhielt.

Im Alter von 12 Jahren begann Alireza Daryanavard als Schauspieler zu arbeiten.  Für sein Stück „Blutiger Sommer“ wurde er für den Nestroy-Theaterpreis 2020 als Autor und Regisseur in Kategorie bester männlicher Nachwuchskünstler nominiert.
Foto: Isa Heliz
Im Alter von 12 Jahren begann Alireza Daryanavard als Schauspieler zu arbeiten. Für sein Stück „Blutiger Sommer“ wurde er für den Nestroy-Theaterpreis 2020 als Autor und Regisseur in Kategorie bester männlicher Nachwuchskünstler nominiert.
Zur Person: Alireza Daryanavard

Der Performancekünstler und Regisseur wurde im Iran geboren und begann im Alter von 12 Jahren als Schauspieler zu arbeiten. Neben Hauptrollen in Kino und TV war er auch als Fernseh- und Radiomoderator tätig. Als es ihm offiziell nicht mehr erlaubt war, als Schauspieler tätig zu sein, gründete er ein Untergrundtheater in seiner Herkunftsstadt Buschehr, bis die Situation lebensgefährlich wurde und er schließlich fliehen musste. Seine Flucht führte ihn 2014 nach Österreich, wo er seitdem in Wien als Schauspieler, Musiker und Regisseur lebt. 


Erschwerung von Zusammenführungen

Basierend auf realen Sachverhalten wird in „Asyl Tribunal“ in einem symbolischen Tribunal verhandelt, wir wirksam Asylsuchende in Österreich zu ihrem Recht auf Asyl kommen. Gemeinsam mit Richter*innen, Expert*innen und der Republik Österreich findet ein theatraler Gerichtsprozess statt, der sich mit aktuellen Problemlagen auseinandersetzt. Es wird unter anderem erörtert, inwiefern die Zusammenführung von Asylsuchenden mit Angehörigen von der Republik erschwert wird und mit welcher Häufigkeit illegale Pushbacks an Österreichs Außengrenzen stattfinden.

Am 20. Juni, dem ersten Tag des Prozesses und Weltflüchtlingstag, beginnt die „Klage gegen die Republik“ mit den Plädoyers der klagenden und der beklagten Seite sowie dem Abstecken des rechtlichen und inhaltlichen Rahmens des Verfahrens. Im Mittelpunkt steht die Missachtung der Genfer Flüchtlingskonvention und des Rechts auf Asyl, das die Grundrechtecharta der Europäischen Union gewährleistet. Die Verhandlungsgegenstände und die Beweggründe für die Klage werden dargelegt. Die Kommission berichtet, welche Bedeutung das Schließen der „Westbalkanroute“ für die Einleitung dieses Verfahrens hatte. 

Am letzten Tag, 25. Juni, präsentieren die Parteienvertreter*innen ihre Schlussplädoyers. Danach folgt die Urteilsverkündung durch die Richter*innen. Im Anschluss an die letzte Vorstellung findet ein Expert*innen- und Künstler*innengespräch im WERK X-Petersplatz mit Ronald Frühwirth, Rechtsexperte für Asyl- und Migrationsrecht, und Ines Rössl, Schauspielerin und Rechtswissenschafterin, rund um das Thema Asyl und Migrationsrecht in Österreich statt. 

Zu den Spielterminen von „Asyl Tribunal“!

Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
  • 4 Fragen an Roman Senkl
    In „Solaris“ wird der Psychologe Kris Kelvin auf einen Planeten geschickt, der Lebewesen...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Ringel, Ringel, Reigen
    Im „Reigen“ drückt Arthur Schnitzler dem Publikum die Lupe in die Hand und lässt es...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Erinnern statt Verdrängen
    Der Roman „Die letzten Tage“ beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der NS-Zeit rund um...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Steter Sehnsuchtsort
    Julia Stemberger spielt seit 2008 regelmäßig in Reichenau und wurde in dieser Zeit so etwas wie...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Entdeckungsreise ins Ich. Schauspielerei bedeutet für Johanna Mahaffy auch, möglichst viele Facetten der eigenen Persönlichkeit kennenzulernen.
    Zwischenwelt
    Es gibt kaum einen Zwischenraum, den Leo Tolstoi in seinem monumentalen Werk „Krieg und...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Glückliche Heimkehr
    Als Harras in Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ erlebte Stefan Jürgens nach vielen...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • 20 Jahre in 2 Stunden
    Alle einsteigen, bitte! Am 27. Juni blickt das Ensemble mit der Theaterrevue „Station...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Theater ohne Auffangnetz
    Stefan Zweigs Novelle „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ ist eine Geschichte über den...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Theater ist ein One-Taker
    Kristina Sprenger über Theater im Sommer, gesellschaftliche Verantwortung und die Unsterblichkeit...
    Von Atha Athanasiadis
1 / 12