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Geboren 1998 in Wien. 2019 schloss sie ihr Schauspielstudium an der Schauspielschule Krauss ab. Während ihres Studiums spielte sie bereits in unterschiedlichen Stücken. Zuletzt war sie unter anderem im TAG und im Theater Drachengasse zu sehen.

Geboren 1998 in Wien. 2019 schloss sie ihr Schauspielstudium an der Schauspielschule Krauss ab. Während ihres Studiums spielte sie bereits in unterschiedlichen Stücken. Zuletzt war sie unter anderem im TAG und im Theater Drachengasse zu sehen.
Foto: Victoria Nazarova

Mein Theatersommer: Ida Golda

Theatersommer

Um im Sommer einen kühlen Kopf zu bewahren steckt die Schauspielerin Ida Golda ihren Kopf gerne in den Kühlschrank. Auch im Goldoni-Klassiker „Der Diener zweier Herren" geht es mitunter hitzig zu. Peter Turrini hat das Stück für die Schlossspiele Kobersdorf überschrieben, Ida Golda spielt Carla. Wir haben mit ihr über ihren Theatersommer gesprochen.

BÜHNE: Wie geht es dir und wo erwischen wir dich gerade?

Ida Golda: Zufrieden Waldquelle trinkend im Garten von Schloss Kobersdorf (not sponsored).

Wie ist es, zu proben, während andere ihren Urlaub planen bzw. bereits am Strand liegen?

Ganz banal gesagt, als selbstständige Schauspielerin bleibt mir nichts anderes übrig, deswegen finde ich mich damit gut ab. Ich liebe und lebe meinen Beruf, und wenn es Teil davon ist, mich mit dem Urlaub noch etwas gedulden zu müssen, ist das vollkommen okay.

Wie sehen deine Strategien für einen kühlen Kopf aus? 

Meditation liegt mir sehr am Herzen, meistens beginne ich so meinen Tag. Das hilft mir, auch an stressigen Tagen Ruhe zu bewahren. Aber wenn die Sonne so richtig auf unsere Stahlbühne knallt, hilft manchmal nichts mehr, als den Kühlschrank aufzumachen und den Kopf reinzustecken – das bringt es tatsächlich! Und ein Mentholspray in der Garderobe ist auch immer parat.

In welchem Stück bist du diesen Sommer zu sehen und wen spielst du?

Ich darf Clara Sacchi, die Tochter des Pantalone (dargestellt von Wolfgang Böck) in Peter Turrinis wunderbaren Überschreibung von „Der Diener zweier Herren” spielen.

Könntest du uns deine Rolle ein wenig beschreiben?

Clara (oder von ihrem Vater unbeachtet Carla genannt) ist ein sehr gläubiges, unschuldiges, streng erzogenes Mädchen. Sie geht von 0 auf 100, wenn ihr etwas gegen den Strich geht, da kann‘s dann auch oft sehr laut werden. Das macht irrsinnig viel Spaß darzustellen, da in ihrer Tragik viel Komik steckt.

Bleibt neben den Proben noch Zeit für Freizeit?

Ich gebe mein Bestes, mir meine Zeit gut einzuteilen, was in dem Beruf manchmal sehr herausfordernd sein kann. Viel Me-Time bleibt da nicht. Aber seit wir in Kobersdorf sind und ich von Wien Abstand habe, schaffe ich es, langsam immer mehr runterzufahren.

Ida Golda, Wolfgang Böck, Marcus Thill und Lukas Haas in „Der Diener zweier Herren“ in Kobersdorf.
Foto: Voglhuber
Ida Golda, Wolfgang Böck, Marcus Thill und Lukas Haas in „Der Diener zweier Herren“ in Kobersdorf.

Wie würdest du die Atmosphäre in Kobersdorf beschreiben?

Sehr idyllisch. Das Schloss und der Garten sind unfassbar schön, und es gibt viel zu entdecken. Das Team ist toll und dadurch fühlt sich alles ein bisschen an wie im Ferienlager.

Welche neue Begegnung hat dich besonders überrascht oder begeistert? 

Die Begegnung mit der Form der Commedia dell’arte war bzw. ist eine spannende Herausforderung. Unsere Regisseurin Beverly Blankenship setzt verschiedene Elemente in der Inszenierung ein. Das Maskenspiel begegnete mir zuletzt in der Schauspielschule, wo ich wahnsinnig viel Spaß hatte die verschiedenen Archetypen in dieser Form auszuprobieren. Jetzt war es wieder neu und spannend, in die Materie zu schlüpfen und zu sehen, was eine Maske nicht alles erzählen kann.

Wie reagiert das Publikum im Sommer? Anders als sonst?

Ich glaube, dem „Sommerpublikum” ist es besonders wichtig, eine gute Zeit zu haben. Das beginnt schon mit dem Getränk davor, einem herzlichen Empfang, gefolgt von einer starken, unterhaltsamen Inszenierung, in der es was zum Lachen und Weinen gibt. Wenn das vorhanden ist, gibt einem das Publikum, mehr als vielleicht im „Nicht-Sommertheater“, das Gefühl Teil ihres Sommerhighlights zu sein, das ist schon etwas Schönes.

Dein Buch-, Musik- oder Podcasttipp für den Sommer?

Mein Go-To-Favorit im Sommer (oder eigentlich immer) ist die Musik von Singer/Songwriter Paolo Nutini. Besonders das Album „Sunny Side Up” lässt mich den Sommer immer ein ganzes Stückchen mehr genießen. Große Empfehlung!

So ganz grundsätzlich: Lieber Sommer oder lieber Winter?

Definitiv Sommer. Aber wenn es zur Wahl stünde, würde ich eigentlich sagen, dass ich Frühling am liebsten habe, da die extremen Temperaturen mich im Sommer schon echt an die Grenze treiben ... und ich kann meinen Kühlschrank ja nicht überall mitnehmen!

Sarah Wetzlmayr
Sarah Wetzlmayr
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