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Rudolf Nurejews „Schwanensee" mit M. Kimoto, L. Konovalova und Damenensemble des Wiener Staatsballetts.

Rudolf Nurejews „Schwanensee" mit M. Kimoto, L. Konovalova und Damenensemble des Wiener Staatsballetts.
Foto: Wiener Staatsballett/AshleyTaylor

Schwanensee von Piotr I. Tschaikowski

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Wie ein Prinz sich in einen Schwan verliebt - und ein böser Zauberer ihrer Zuneigung einen Strich durch die Rechnung macht: Das Werk wurde zu einem der berühmtesten Ballette der Bühnengeschichte und ist bis heute fixer Bestandteil des Repertoires. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Prinz Siegfried wird von seiner Mutter gedrängt, sich eine Braut zu suchen. Auf der Jagd verliebt er sich in Odette, die aber von dem bösen Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt wurde. Nur die Liebe eines Mannes kann den Bann brechen – wie bei den zahlreichen um den See tanzenden/fliegenden Mädchen, die Rotbart in Schwäne verzaubert hat. Siegfried verspricht Odette, sie zu erlösen.

Zurück im Schloss feiert er seinen Geburtstag. Zahlreiche Tänze finden ihm zu Ehren statt. Ein unbekannter Ritter taucht mit seiner wunderschönen Tochter Odile auf. Sie hat große Ähnlichkeit mit Odette, ist aber ganz in Schwarz gekleidet. So wie es Rotbart mit seiner Intrige bezweckt hat, verfällt Siegfried der Faszination des „schwarzen Schwans“ und verrät Odette. Als er es bemerkt, läuft er zum See und bittet Odette um Verzeihung. Ob es noch gelingen kann, Rotbart zu besiegen?

Werkgeschichte

Zahlreiche Volksmärchen über verzauberte jungen Frauen, die durch die Liebe eines Prinzen erlöst werden sollen, standen für „Schwanensee“ Pate. Bereits 1871 hatte Tschaikowski zum Vergnügen seiner Neffen und Nichten ein kleines Ballett nach dem Motiv der in einen Schwan Verzauberten komponiert. Vier Jahre später beauftragte ihn Vladimir Begichev, der Leiter des Bolschoi-Theaters in Moskau, mit einem Ballett – und Tschaikowski griff auf den Stoff und so manche Melodie zurück. Begichev und Vasily Geltser zeichneten für das Libretto verantwortlich.

Aufführungsgeschichte

Bei der Uraufführung 1877 war „Schwanensee“ nicht sofort ein Erfolg. Tschaikowski musste sich den Vorwurf gefallen lassen, „zu symphonisch“ komponiert zu haben. Der Misserfolg dürfte aber auch auf die Choreografie von Wenzel Julius Reisinger zurückzuführen sein.

Für die Erstaufführung am Mariinski-Theater in St. Petersburg überarbeiteten Marius Petipa und Lew Iwanow die Choreografie und Tschaikowskis Bruder Modest das Libretto. Nun wurde „Schwanensee“ zum Inbegriff des klassischen Balletts. Bis heute beziehen sich Aufführungen des Werks oft auf Petipas und Iwanows Choreografie. Interessante Neudeutungen gab es beispielsweise von John Cranko, John Neumeier und Martin Schläpfer.


Prominente Namen

Auf die Uraufführungs-Odette/Odile Pierina Legnani folgten über die Jahre Anna Pawlowa, Margot Fonteyn, Maja Plissezkaja und Polina Semionowa. Die Partie des Siegfried gehört zu den Paraderollen von Vladimir Malakhov und Rudolf Nurejew.

In dem Film „Black Swan“ von Darren Aronofsky mit Natalie Portman ist „Schwanensee“ die Basis. Die Figur, die Portman spielt, möchte Odile/Odette tanzen. Auch der britische Film „Billy Elliot – I Will Dance“ von Regisseur Stephen Daldry bezieht sich auf das Tschaikowski-Ballett. Die Bühnenversion aus der Wiener Staatsoper mit Rudolf Nurejew und Margot Fonteyn wurde 1966 aufgezeichnet.

Theresa Steininger
Autor
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