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Katharina Beatrice Hierl, Lili Epply, Sophie Scherrieble, Jasha Deppe, Marine Madelin. Lea Nora Härtel in „Hexenjagd" am Berliner Ensemble.

Katharina Beatrice Hierl, Lili Epply, Sophie Scherrieble, Jasha Deppe, Marine Madelin. Lea Nora Härtel in „Hexenjagd" am Berliner Ensemble.
Foto: Matthias Horn

Hexenjagd von Arthur Miller

Burgtheater
Ein Stück in einer Minute

Die schrecklichen Hexenprozesse von Salem 1692 werden hier von Arthur Miller wieder aufgegriffen und neu erzählt. Alles zum Stück und zur historischen Vorlage lesen Sie hier in einer Zusammenfassung.


Inhalt

Salem 1692: Pfarrer Samuel Parris überrascht seine Tochter Betty, seine Nichte Abigail Williams und einige weitere junge Frauen bei einem okkulten Ritual im Wald.

Wie auch einige andere Mädchen, "erkrankt" Betty plötzlich und ihr Vater zieht einen Teufelsspezialisten, Pastor Hale, hinzu. Um nicht selbst belangt zu werden, beschuldigen Abigail und die anderen wahllos Bürgerinnen und Bürger, sie zu dem Ritual gedrängt zu haben.

So wird ein Gericht in Salem eröffnet, in dem die Mädchen bald den halben Ort der Hexerei bezichtigen, unter anderem auch Elisabeth, die Frau John Proctors, mit dem Abigail eine Affäre hatte. Proctor gibt dies zu und wird nun selbst wegen Teufelsanbetung angeklagt und zum Tode verurteilt, mit ihm viele andere Unschuldige. Das Gericht und auch der Hexenjäger Hale erkennen den Irrtum zwar schlussendlich, wollen aber ihr Gesicht wahren und nehmen das Urteil nicht zurück. Hale merkt, dass er gegen diesen Wahnsinn nicht ankommen kann.

Werkgeschichte

Das Drama basiert auf realen Geschehnissen in den Hexenprozessen von Salem 1692, es werden sogar die Namen real existierender Personen gewählt. Die Gemeinschaft in Salem war puritanisch geprägt und die Mädchen wollten mit ihren falschen Anschuldigungen harten Strafen entgehen. Viele Menschen wurden aufgrund dieser Anschuldigungen getötet und gefoltert, bis sie ein Geständnis ablegten. Einige wurden begnadigt, nachdem ein neues Gericht einberufen wurde, da Kritik an der Beweisführung des Richters laut wurde. 1711 erhielten die Angehörigen der Opfer Entschädigungszahlungen.

Millers Stück war seine Antwort auf die Kommunistenjagd beziehungsweise den Antikommunismus in Amerika 1953. Mit seinem Stück wendet er sich gegen Massenwahn, Denunziation und den Missbrauch politischer Macht.

Aufführungsgeschichte

Millers Drama wurde am 22. Jänner 1953 am Broadway uraufgeführt. 2017 war das Stück in Dresden zu sehen, 2016 inszenierte Martin Kušej die Hexenjagd am Burgtheater Wien.

Neben Theateraufführungen wurde das Stück auch mehrfach verfilmt und als Oper (The Crucible) adaptiert. 1957 entstandt die Verfilmung Die Hexen von Salem, bei der Jean-Paul Sartre Regie führte, 1996 die amerikanische Produktion Hexenjagd.

Prominente Interpreten

In der frühen Verfilmung von Sartre spielte Yves Montand den am Ende verurteilten John Proctor, Mylène Demongeot war als Abigail und Simone Signoret als Proctors Frau Elisabeth zu sehen.

In der späteren Version 1996 spielte Winona Ryder die Hauptrolle der Abigail, der Shakespeare-Darsteller Paul Scofield hatte die Rolle des Richters inne.

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