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Daniel Jesch (Thomas Hudetz), Johanna Mahaffy (Anna), hinten: links: Rafael Schuchter (Gendarm), Rainer Friedrichsen (Waldarbeiter) in Reichenau.

Daniel Jesch (Thomas Hudetz), Johanna Mahaffy (Anna), hinten: links: Rafael Schuchter (Gendarm), Rainer Friedrichsen (Waldarbeiter) in Reichenau.
Foto: Lalo Jodlbauer

Der jüngste Tag von Ödön von Horváth

Ein Stück in einer Minute

In „Der jüngste Tag“ führt eine kleine Unaufmerksamkeit zu einem tragischen Zugunfall. Daraufhin gerät die dörfliche Welt, die Horváth in seinem Stück zeichnet, aus den Fugen. Es entspinnt sich ein Netz aus Schuld, Sühne, Wahrheit und Gewissensbissen. Hier finden Sie eine Zusammenfassung.

Inhalt

Der Bahnhofsvorsteher Hudetz ist mit einer 13 Jahre älteren Frau verheiratet, weshalb sich der gesamte Ort über ihn lustig macht. Als ihn die Wirtshaustochter Anna in ein Gespräch verwickelt, verabsäumt er es, rechtzeitig das richtige Signal zu stellen, woraufhin ein Expresszug in einen Güterzug knallt. 18 Menschen sterben. Bei der Untersuchung durch einen Staatsanwalt sagt Anna aus, dass Hudetz das Signal zur richtigen Zeit gegeben hätte, seine Frau, die durch das Fenster alles beobachtet hat, erzählt jedoch die wahre Geschichte. Weil ebenjene im Ort nicht besonders beliebt ist, glauben alle der Wirtstochter. Hudetz wird festgenommen und es kommt zu einem Prozess, der mit einem Freispruch endet. Anna plagt ihr schlechtes Gewissen so sehr, dass sie das Gespräch mit Hudetz sucht. Die beiden verabreden sich und Anna sagt, dass er nun ein noch schwereres Verbrechen begehen müsse, um bestraft werden zu können. Indirekt gibt sie ihm damit zu verstehen, dass er sie umbringen soll. Daraufhin verschwindet Anna spurlos und der Ort beginnt, der Frau von Hudetz zu glauben. Auch Hudetz verschwindet und den Menschen wird nach und nach klar, was los ist. Irgendwann kehrt Hudetz zurück, mit seinem Leben hat er allerdings abgeschlossen. Er möchte sich vor einen Zug werfen, am Ende lässt er sich jedoch von der Polizei festnehmen.

Wissenswertes

„Der jüngste Tag“, 1937 uraufgeführt, ist ein Trauerspiel in sieben Bildern. Außerdem war es das erste Stück Horváths, das 1945 wieder gespielt wurde. Ein „Kunstwerk, das sich bemüht, die Bühne wieder zur moralischen Anstalt zu machen“, hieß es im Brünner Tagesboten.

Zu den Spielterminen von „Der jüngste Tag“ bei den Festspielen Reichenau!

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