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Eine Oper, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut: Rigoletto von Giuseppe Verdi. Hier in einer Inszenierung der Wiener Volksoper mit Pavel Valuzhin

Eine Oper, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut: Rigoletto von Giuseppe Verdi. Hier in einer Inszenierung der Wiener Volksoper mit Pavel Valuzhin
Foto: Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Rigoletto von Giuseppe Verdi

Ein Stück in einer Minute

Ein sich amüsierender Herzog, ein Fluch und ein trauriger Hofnarr - um diese dreht sich Verdis Hit „Rigoletto". Hier eine Zusammenfassung.


Inhalt

Der Herzog von Mantua prahlt mit seinem Erfolg bei den Frauen und flirtet eifrig. Sein buckliger Hofnarr Rigoletto verspottet einen eifersüchtigen Ehemann, den Grafen Ceprano, und den Grafen von Monterone, dessen Tochter vom Herzog entehrt worden ist. Monterone verflucht den Herzog ebenso wie Rigoletto. Ceprano sinnt auf Rache. Er stachelt die Leute des Herzogs auf, Rigolettos vermeintliche Geliebte entführen. In Wahrheit ist es dessen Tochter Gilda. Auf diese hat es wiederum der Herzog abgesehen, der sich ihr gegenüber als armer Student ausgibt. Rigoletto setzt, als er von dessen Drängen Gilda gegenüber erfährt, einen Auftragsmörder auf den Herzog an. Der tötet jedoch die verkleidete Gilda, als diese sich für den Geliebten opfert. Rigoletto kann Gilda nur noch beim Sterben in den Armen halten, wodurch sich Monterones Fluch erfüllt hat.

Werkgeschichte

Verdi begann seine Oper unter dem Titel „La maledizione (Der Fluch)“ zu schreiben, gegen den die Zensur jedoch etwas einzuwenden hatte. Das Libretto von Francesco Maria Piave beruht auf „Le roi s´amuse“ von Victor Hugo, wobei dieses mit der Reue des Herzogs endet. Mit Piave hatte Verdi schon für „Ernani“, „I due Foscari“, „Macbeth“ und andere zusammengearbeitet. Die wohl berühmteste Arie aus „Rigoletto“ ist „La donna è mobile“, die der Herzog singt.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand am 11. März 1851 im Teatro La Fenice in Venedig statt. Sie wurde zum Triumpf für Verdi, aber auch für die Bühneneffekte, für die erstmals anstelle von Kulissen dreidimensionale Bühnenbauten verwendet wurden. In der Folge wurde das Werk aus Gründen der Zensur anfangs öfter unter anderen Titeln oder verkürzt aufgeführt. Denn „moralische Ausschweifungen“ sollten nicht auf die Bühne kommen, auch sollte ein Adeliger nicht als Wüstling dargestellt werden und nicht potenzielles Opfer eines Auftragsmörders sein. Heute gehört „Rigoletto“ zu den meistgespielten Opern weltweit.


Prominente Namen

Luciano Pavarotti und Edita Gruberova verkörperten Herzog und Gilda, als Jean-Pierre Ponnelle 1982 eine Verfilmung herausbrachte, die zum Kult wurde. 2010 gab es eine Filmfassung namens „Rigoletto from Mantua“ von Marco Bellocchio, die an Originalschauplätzen aufgenommen wurde, nunmehr verkörperte Pavarotti die Titelrolle.

Weiterlesen: Ein Stück in einer Minute: Tosca von Giacomo Puccini

Theresa Steininger
Autor
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