Aida von Giuseppe Verdi

Eine unmögliche Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges: Verdis Oper „Aida“ ist sehr viel mehr als nur der berühmte Triumphmarsch. Sie handelt vom Scheitern junger Menschen an einer festgefahrenen gesellschaftlichen Ordnung.

Inhalt

Schauplatz von Verdis Oper ist Ägypten zur Zeit der Pharaonen. Die titelgebende Figur Aida, eine äthiopische Königstochter, wurde als Geisel nach Ägypten verschleppt. Es herrscht Krieg zwischen den beiden Ländern. Der ägyptische Heerführer Radamès muss sich zwischen seiner Liebe zu Aida und seiner Loyalität dem Pharao gegenüber beziehungsweise der Hochzeit mit Amneris, der Tochter des Pharao, entscheiden. Auch Aida ist hin- und hergerissen. Einerseits wünscht sie sich, dass ihr Geliebter siegreich aus dem Krieg zurückkehrt, andererseits möchte sie ihr Heimatland nicht verraten.

Die Lage um die heimliche Liebe von Aida und Radamès spitzt sich zu als Amneris davon erfährt. Weil sie keine andere Lösung sieht, bittet Aida ihren Geliebten darum, mit ihr gemeinsam aus Ägypten zu fliehen. Der Plan fliegt jedoch auf und Radamès muss erkennen, dass er sein Vaterland verraten und sich dadurch entehrt hat. Er wird gefangen genommen und Aida flieht mir ihrem Vater aus Ägypten. Amneris verspricht Radamès das Leben, den Thron und ihre Liebe, wenn er dafür auf Aida verzichte. Der Gefangene kann sich jedoch nicht dazu durchringen und wird lebendig begraben. Aida schleicht sich zu ihm und beide sterben.

Entstehungsgeschichte

Ursprünglich war Giuseppe Verdi gebeten worden, eine Hymne anlässlich der Eröffnung des neuen Khedivial-Opernhauses 1869 in Kairo zu schreiben, was er jedoch ablehnte. Stattdessen wurde seine Oper „Rigoletto“ aufgeführt. Schließlich wurde Verdi ein Libretto mit dem Titel „Aida“, verfasst vom Ägyptologen Auguste Mariette, zugespielt. Weil er es für geeignet hielt und ihm ein für diese Zeit außergewöhnlich hohes Honorar in Aussicht gestellt wurde, begann Verdi mit der Komposition der Oper. Die Uraufführung fand 1871 in Kairo statt.

Auuführungsgeschichte

Je nach Regieansatz wurde „Aida“ entweder als Pyramidenspektakel oder als Studie menschlicher Gefühle in Krisenzeiten aufgeführt. In der neueren Inszenierungsgeschichte ging Hans Neuenfels 1981 am radikalsten vor. Radamès ließ er in Hemd und Krawatte auftreten, Aida wurde als Putzfrau der Amneris präsentiert. Stoff genug für einen der größten Theaterskandale der Nachkriegszeit. Peter Konwitschny ließ 1994 die berühmte Massenszene auf der Hinterbühne stattfinden, um sich im Vordergrund mit der psychischen Verfassung der Protagonist*innen zu beschäftigen. Im Jänner 2023 wird Elīna Garanča die Amneris in der Wiener Staatsoper singen – ihr „persönlicher Mount Everest“, wie sie im Interview mit der BÜHNE sagt.

Zu den Spielterminen von „Aida“ bei den Salzburger Festspielen.

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