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Die Theater am Petersplatz und im Kabelwerk haben sich neu aufgestellt: Alexandra Jachim, kaufmännische Geschäftsführerin, Esther Holland-Merten, künstlerische Leiterin, mit Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft.

Die Theater am Petersplatz und im Kabelwerk haben sich neu aufgestellt: Alexandra Jachim, kaufmännische Geschäftsführerin, Esther Holland-Merten, künstlerische Leiterin, mit Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft.
Foto: Igor Ripak

Theater am Werk: Zwei Bühnen, ein pulsierendes Theaterherz

Theater am Werk

Mit dem Stück „Die Verlorenen“ von Ewald Palmetshofer startet Esther Holland-Merten in ihre erste Spielzeit als künstlerische Leiterin des Theater am Werk. Die programmatische Trennung zwischen den beiden Spielstätten am Petersplatz und im Kabelwerk wurde aufgehoben. Wir haben das Programm zusammengefasst.

Seit dieser Spielzeit leitet Esther Holland-Merten, die zuvor die Performing Arts-Sparte des Wiener WUK verantwortete, das Theater am Werk, das nun die beiden Spielstätten am Petersplatz (vormals Werk X-Petersplatz) und im Kabelwerk (bis Juni noch Werk X) unter einem Dach vereint. Allerdings nur im übertragenen Sinne, denn die beiden Spielstätten bleiben – mit ihren jeweils eigenen Dächern – erhalten, werden fortan aber beide von Holland-Merten und ihrem Team programmiert. Neu ist auch, dass am Petersplatz ab dieser Spielzeit auch Eigenproduktionen gezeigt werden. Kabelwerk und Petersplatz sind jedoch nach wie vor zwei getrennte GmbHs mit zwei verschiedenen Subventionssummen.

So zum Beispiel das Stück „Romeo <3 Julia“ von Cosmea Spelleken, das am 6. Oktober am Petersplatz Premiere feiert. Auch Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, betonte im Rahmen der Pressekonferenz zur neuen Spielzeit und Intendanz, diese wichtige Klammer zwischen Innen und Außen. Sie sei am Schöpfwerk aufgewachsen und unterstütze das Vorhaben des Theaters, sich künftig noch stärker mit den im Bezirk Meidling lebenden Menschen zu verbinden. An beiden Standorten fanden diesen Sommer über auch wichtige Umbauten statt – so werden am Standort im Kabelwerk in Zukunft alle Bereiche barrierefrei zu erreichen sein.

Esther Holland-Merten leitete die Sparte Performing Arts im Wiener WUK, bevor sie die Intendanz des Theater am Werk übernahm.
Foto: Franz Jachim
Esther Holland-Merten leitete die Sparte Performing Arts im Wiener WUK, bevor sie die Intendanz des Theater am Werk übernahm.

Tradition der stetigen Erneuerung

„Kunst machen in Wien bedeutet weiter werken“, bringt es Esther Holland-Merten in ihrem im Programmheft abgedruckten Einführungstext auf den Punkt. Für sie und ihr Team bedeutet das, an Bestehendem, wie etwa an langjährige Verbindungen mit Künstler*innen, anzuknüpfen, die beiden Theaterhäuser aber auch weiterzuentwickeln und weiterzudenken. „Das Theater am Werk steht in einer Tradition der stetigen Erneuerung“, so die künstlerische Leiterin.

Wie bereits erwähnt, wird die programmatische Trennung zwischen den beiden Spielstätten aufgehoben und lieber danach gesucht, welche räumlichen Gegebenheiten die jeweiligen Produktionen brauchen. „Die zunehmende Professionalisierung der freien Sprechtheaterszene Wiens hat dazu geführt, dass Kollektive und Produktionen größer werden, dass die Themen größer werden, dass die Inszenierungen größer werden. Dem wird Rechnung getragen, indem auch die Säle des Kabelwerks diesen Koproduktionen zur Verfügung stehen, was im besten Fall auch eine neue Verschränkung des Publikums stiftet“, heißt es von Seiten der Leitung. Zudem möchte man sich damit beschäftigen, welche Produktionen wiederaufgenommen werden können, um damit auch nachhaltiger agieren zu können. So wird im Frühjahr 2024 die Erfolgsproduktion „Horses“ wieder gezeigt – und zwar im Kabelwerk.


Palmetshofer, Markovi´c und viele andere

Eröffnet wird die Spielzeit 2023/24 mit zwei Eigenproduktionen. Im Kabelwerk wird die österreichische Erstaufführung von Ewald Palmetshofers „Die Verlorenen“ in der Regie von Maria Sendlhofer ab 5. Oktober zu sehen sein. Am Petersplatz wird mit „Romeo <3 Julia“ eröffnet, das von Cosmea Spelleken, einer der Macher*innen des mit vielen Preisen bedachten digitalen Stücks „WERTHER.LIVE“, entwickelt wird. Mit „Im Menschen muss alles herrlich sein“ von Sasha Marianna Salzmann (Februar 2024 im Kabelwerk) und „Blutbuch“ von Kim de l'Horizon inszeniert von Paul Spittler (April 2024 im Kabelwerk) wird es außerdem zwei weitere Eigenproduktionen geben.

Das Theater am Werk bleibt aber auch weiterhin ein Ort für die freie Theaterszene und unterstützt in Form von Koproduktionen freie Künstler*innen und Kollektive. So wird ab 8. Oktober eine Koproduktion mit diverCITYLAB gezeigt, die sich mit Barbi Markovi´cs Roman „Minihorror“ befasst und diesen als Uraufführung auf die Bühne bringt. Aslı Kışlal inszeniert die Bearbeitung. Mit dem Stück „Stadt unter Belagerung – Teil 1: Sarajevo“ ist auch der Theatermacher Alireza Daryanavard wieder zu Gast. Das Theater am Werk wird zudem zur neuen Heimat des PCCC* – Vienna's First Queer Comedy Clubs. Am Petersplatz wird außerdem wieder ein Stück des 2022 mit dem Outstanding Artist Awards für darstellende Kunst ausgezeichneten Kollektivs Spitzwegerich für besondere Theatererlebnisse sorgen. Auch Stücke des aktionstheater ensembles, deren große Fangemeinde gerne nach Meidling pilgert, stehen wieder auf dem Spielplan.

„Theater im Herzen von Wien“ steht auf dem Programmheft des Theaters am Werk. „Denn das Herz der Stadt schlägt überall dort, wo Wiener*innen leben, arbeiten, ihre Freizeit verbringen.“

Um bei demselben Bild zu bleiben: Nach dem heute Gehörten sind wir uns ziemlich sicher, dass das Programm der beiden Spielstätten durchaus Potenzial hat, Theaterherzen höher schlagen zu lassen.

Sarah Wetzlmayr
Sarah Wetzlmayr
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