Zuhause für die Seele. „Die Volksoper soll die kulturelle Heimat vieler sein: ein Ort in Wien, wo man hingeht, um Gefühle zu trainieren, wo man sich mit Gleichgesinnten trifft, wo man seinen Lieblingskünstler*innen folgt und sieht, wie sie sich in so vielen verschiedenen Rollen entwickeln. Es soll ein Ort sein, an dem man lacht und weint, an dem man seine Lebenskonzepte überdenkt und an dem man seine wöchentliche Dosis Poesie bekommt, die einem hilft, sich der Realität für eine Weile wieder zu stellen.“ So formulieren es Direktorin Lotte de Beer und kaufmännischer Geschäftsführer Christoph Ladstätter in einem gemeinsamen Statement.

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Für die Volksoper sei es sehr wichtig, einen Freundeskreis zu haben. „Menschen, die uns unterstützen, die uns kennen, die verfolgen, was wir tun, die mit uns reden, die uns durch ihre Kritik auf Trab halten. Menschen, die mit uns feiern, aber auch in schweren Zeiten zu uns stehen.“

Und diese Menschen finden sich auch im Förderkreis, wobei die angesprochene Freundschaft keine Einbahnstraße ist. Denn für ihre finanzielle Zuwendung erhalten die Unterstützer*innen zahlreiche Goodies und dürfen sich über rare Backstage-Einblicke freuen.

Ehepaar im Partner-Modus

Doris und Reinhold Strobl sind seit vier Jahren im Förderkreis und haben sich für „Premium“ entschieden. „Es ist das genialste Haus der Stadt“, erklärt die Angestellte ihre Motivation. „Man hat die klassische Oper, die Operette und das Musical. Also ein sehr breit gefächertes Repertoire“, ergänzt ihr Mann, früher EDV-Experte, heute Pensionist. Er freue sich besonders, dass die Volksoper mit der Operette auch die Möglichkeit habe, ihre wienerische Identität zu pflegen.

Ehefrau Doris ist erst vor zwanzig Jahren durch ihn auf den klassischen Geschmack gekommen: „Heute ist Musiktheater unsere gemeinsame Leidenschaft.“

Reinhold Strobl sieht im Förderkreis eine Win-win-Situation: „Die Volksoper erhält Unterstützung, und selber hat man ebenfalls Vorteile.“ Für ihn als Hobbymusiker besonders interessant seien die nicht öffentlichen Proben. „Eine Klavierprobe wie für ‚West Side Story‘ kann man sonst einfach nicht erleben.“

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Auf freundliche Empfehlung

Hanna Arlits besucht die Volksoper nach einer längeren Pause seit zehn Jahren wieder regelmäßig, schätzt am Haus vor allem Oper, Operette, Ballett sowie das Opernstudio und ist im Förderkreis seit drei Jahren in der Kategorie „Classic“ vertreten. „Mich hat eine Freundin dazu animiert, und ich bin mit dem Gebotenen sehr zufrieden. Ich nutze wirklich alles, von vergünstigten Kaufkarten über die Möglichkeit, Tickets für Generalproben schon vorab buchen zu können, bis hin zu Einblicken ins Notenarchiv“, erzählt die Pensionistin. Hinter die Bühne schauen zu können sei für sie am interessantesten.

Chance für die Jugend

Raphael Kovarik ist einer der Jüngsten im Bunde. Der 24-jährige Student und professionelle Puppenspieler war in die Entstehung der „V-Friends“ – des Angebots speziell für junge Förder*innen – involviert und gehört ihnen nun seit eineinhalb Jahren an. „Ich finde es wichtig, dass man auch als junger Mensch ins Theater geht. Es ist ein ganz anderes Feeling als Film. Kino ist sofort wiederholbar, aber eine Theatervorstellung ist so, wie man sie live erlebt, einmalig.“

Mit dem Volksopernvirus hat er sich schon mit acht Jahren – bei „Antonia und der Reißteufel“ – infiziert, und dank des abwechslungsreichen Repertoires sei eine „Heilung“ auch ausgeschlossen. Seine Highlights als V-Friend? „Gespräche mit Künstler*innen, eine Führung bei Art for Art und ein Backstagebesuch mit Dragqueen Candy Licious, bei dem wir alle Kostümstationen von ‚La Cage aux Folles‘ kennenlernen konnten.“

Fragt man nach einer Produktion, die man in dieser Spielzeit keinesfalls versäumen sollte, antworten alle vier unisono: „Lass uns die Welt vergessen – Volksoper 1938“. Eine eindeutige Empfehlung.

Infos und Anmeldung: volksoper.at/foerderkreis