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Ein großer Frauenheld als Titelfigur übte seit jeher eine große Anziehungskraft aus: ob er nun Casanova, Don Juan oder Don Giovanni heißt. In Mozarts Oper stellt der „Wüstling“, wie er auch im Untertitel genannt wird, Donna Anna nach, ersticht ihren Vater und entkommt unerkannt. Deren Verlobter Don Ottavio schwört Rache, nach welcher auch die von Don Giovanni verlassene Donna Elvira sinnt. Don Giovannis Diener Leporello will ihr mit der berühmten Registerarie zeigen, dass sie kein Einzelfall ist, so zahlreich sind die Liebschaften seines Herren.

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Als der Schürzenjäger auf der Hochzeit der Bauersleute Zerlina und Masetto der Braut schöne Augen macht, wiegelt er damit gleich einige Menschen gegen sich auf. Auch ein Kleidertausch mit Leporello hilft ihm nur vorübergehend, die Statue des Komptur, also Donna Annas Vater, droht ihm. Als er den Toten übermütig zum Essen einlädt, kommt dieser und fordert ihn zur Reue auf. Doch Don Giovanni zeigt zu dieser nicht bereit – was ihn direkt in die Hölle fahren lässt.

Werkgeschichte

Der skrupellose Verführer war bereits seit dem 17. Jahrhundert und dem Drama des Spaniers Tirso de Molina über „Don Juan“ ein oft verwendeter Topos der europäischen Literatur. Lorenzo Da Ponte, der damals der gesuchteste Librettist Wiens war, belebte den Mythos neu. Schon bei „Le Nozze di Figaro“ hatten Mozart und er kooperiert. Auch das später folgende Werk „Cosi fan tutte“ zeugt von der kongenialen Zusammenarbeit zwischen Da Ponte und Mozart.

Mozart komponierte die Oper in Prag, wobei er die Ouvertüre erst in der Nacht vor der Uraufführung geschrieben haben soll, die Kopien für die Musiker mussten am nächsten Tag noch rasch angefertigt werden und verzögerten angeblich sogar den Beginn der Opernaufführung. Mozart wurde für sein Werk gefeiert – und zum k.k. Hofkompositeur gemacht.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand am 29. Oktober 1787 in Prag statt, was schon zwei Wochen nach dem ursprünglich angestrebten Termin war. Mozart selbst leitete sie. Bei der ersten Aufführung in Wien im Mai des darauf folgenden Jahres im k.k. National-Hoftheater, für die Mozart die Arie des Ottavio, „Dalla sua pace“, nachkomponiert hatte, sang Aloisia Lange, Mozarts Schwägerin, Donna Anna.

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Prominente Namen

So viel man über Mozart weiß, so wenig ist gemeinhin über den Librettisten, Lorenzo Da Ponte, bekannt. Einst war er, der der Sohn eines Lederhändlers war, Priester, eine Verurteilung wegen Ehebruchs und eine Verbannung führten dazu, dass er Venedig verlassen musste. In Wien wurde er als Textdichter für Opernwerke groß, wobei er sich vor allem auf die Opera buffa konzentrierte. Zeitgleich mit „Don Giovanni“ schrieb er auch an Opernlibretti für Salieri und Martin y Soler.

Unter seinem kaiserlichen Gönner Joseph II. genoss er hohes Ansehen – er dürfte es auch gewesen sein, der den „Figaro“-Stoff beim Kaiser durchsetzte, obwohl dieser zuvor bei ihm nicht auf Gegenliebe stieß. Unter dessen Nachfolger schwand sein guter Ruf, wobei hier auch seine Skandalaffären mit der Sängerin Ferrarese beitrugen. Auch politische Pamphlete brachten ihn immer wieder in Missgunst. Er ging nach London, später nach New York, wo er auch als Sprachlehrer und als Buchhändler arbeitete und mit der Gründung des ersten Opernhauses New Yorks finanziell scheiterte.

Zu den Spielterminen von „Don Giovanni“ bei den Salzburger Festspielen!