Frühlings Erwachen von Frank Wedekind

Frank Wedekinds Drama über das Erwachsenwerden und den jugendlichen Kampf gegen gesellschaftliche Normen machte ihn zu einem der wichtigsten Dramatiker seiner Zeit. Doch worum geht es eigentlich genau?

Das 1891 erschienene Drama von Frank Wedekind erzählt die Geschichte mehrerer Jugendlicher, die im Zuge ihres Heranwachsens mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert sind. Vor allem dann, wenn es um das Erwachen der eigenen Sexualität und die damit verbundene Neugierde geht, stoßen sie immer wieder an Grenzen und scheitern an gesellschaftlichen Normen. Das Stück beginnt mit einer Auseinandersetzung zwischen Wendla und ihrer Mutter, weil diese möchte, dass ihre Tochter ein „züchtigeres“ Kleid anzieht. Auch die sexuelle Aufklärung, die sie etwas später im Stück von ihrer Mutter einfordert, bekommt sie nicht.

Einige Tage später wird die 14-Jährige von dem in etwa gleichaltrigen Melchior auf einem Heuboden vergewaltigt und ist daraufhin schwanger. Unterdessen begeht der 15-jährige Moritz, der sich zuvor bei Melchior über den auf ihm lastenden Schuldruck beklagte, Selbstmord. Weil Melchior für den Tod seines Freundes verantwortlich gemacht wird, findet sich dieser bald darauf in einer „Korrektionsanstalt“ wieder. Wendla stirbt schließlich an einem von ihrer Mutter veranlassten Schwangerschaftsabbruch. Als es Melchior endlich gelingt, aus der Korrektionsanstalt zu entkommen und es ihn daraufhin zu Wendlas Grab zieht, überkommen auch ihn Suizidgedanken. Von einer Erscheinung beeinflusst, sieht er aber dann doch davon ab.

Entstehungsgeschichte

Einen ersten Entwurf verfasste Frank Wedekind in Zürich, das Drama selbst schrieb er schließlich zwischen Oktober 1890 und April 1891 in München. Das Stück ist von eigenen Erlebnissen des Autors und seiner Mitschüler*innen inspiriert. Als Vorbild für Moritz Stiefel dienten ihm die beiden Mitschüler Frank Oberlin und Moritz Dürr, die 1883 bzw. 1885 Suizid begangen hatten.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung des 1891 erschienenen Dramas fand erst am 20. November 1906 an den Berliner Kammerspielen unter der Regie von Max Reinhardt statt. Doch zuerst musste das Drama die Vorzensur passieren. Einige Szenen werden gestrichen, das Wort „Beischlaf“ durfte nicht vorkommen. Berlins Theaterkritiker sind jedoch begeistert. 1923 wurde „Frühlings Erwachen“ erstmals verfilmt. Als Musical-Fassung erhielt das Stück unter dem Titel „Spring Awakening“ 2007 in gleich acht Kategorien einen Tony Award.

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