Zum Inhalt springen

Verbotene Liebe: Armand Duval (Timoor Afshar) und Marguerite Gautier (Ketevan Papava). Seit März 2024 ist die "Kameliendame" in der Wiener Staatsoper zu sehen.

Verbotene Liebe: Armand Duval (Timoor Afshar) und Marguerite Gautier (Ketevan Papava). Seit März 2024 ist die "Kameliendame" in der Wiener Staatsoper zu sehen.
Foto: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Ein Stück in einer Minute: Die Kameliendame

Wiener Staatsballett

Was passiert, wenn zwei Welten aufeinandertreffen? „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren erzählt die tragische Liebesgeschichte zwischen einer Kurtisane und einem Adeligen. Eine Zusammenfassung.

Inhalt

Der junge Armand Duval stammt aus einer angesehener Pariser Familie und lernt die Kurtisane Marguerite Gautier kennen, eine der schillerndsten Frauen im Paris des 19. Jahrhunderts, die zu den angesehensten Mätressen der Stadt gehört. Die einzigen Blumen, die man ihr schenken darf, sind Kamelien.

Die Beziehung der beiden ist innig, steht jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern, da Marguerite weiterhin andere Männer besuchen muss, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Als sie bereit ist, ihren Lebensstil für Armand aufzugeben, sabotiert Armands Vater die junge Liebe, indem er Marguerite unter Druck setzt, sich von Armand zu trennen. Schließlich beendet sie schweren Herzen die Beziehung. Armand ist bitterlich enttäuscht und beschuldigt Marguerite der Untreue.

Erst als sie an Schwindsucht verstirbt, erfährt Armand die Wahrheit.

Werkgeschichte

Der Roman „Die Kameliendame“ (Im Original: La dame aux camélias) erschien 1848 in Paris und entpuppte sich als eines der größten Erfolge für Alexandre Dumas d. J., der sonst im Schatten seines gleichnamigen Schriftstellervaters stand. Inspiration nahm Dumas hierbei wohl von seiner eigenen Erfahrung mit einer Edelkurtisane. Dumas äußerte in seiner Geschichte subtil Kritik an einer Gesellschaft, die mehr Wert auf Abstammung und Besitz als auf den Menschen selbst ölegt.

Frédéric Chopin komponierte die Musik und zeichnete dabei melancholisch das Bild der oberflächlichen Pariser Gesellschaft.

Aufführungsgeschichte

Aufgrund des Erfolgs des Stückes arbeitete Dumas das Stück zu einem Bühnendrama um, welches am 2. Februar 1852 in Paris uraufgeführt wurde.

Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt spielte ab 1880 die Hauptrolle des Stücks, die zu ihrer Lebensrolle werden sollte, und feierte damit weltweit Erfolge. Nur fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Romans, 1853, wurde das Drama von Giuseppe Verdi in der Oper La traviata vertont und kam in Venedigs Teatro La Fenice auf die Bühne und galt als einer der ersten realistischen Opern ihrer Zeit.

In der von Dumas selbst verfassten Schauspielversion feierten Künstlerinnen wie Sarah Bernhardt, Eleonora Duse und Käthe Dorsch Triumphe, Greta Garbo lieh Marguerite ihr Gesicht im Film.

Die Choreographie für ein Ballett schuf John Neumeier 1978, das im November desselben Jahres im Großen Haus der Würtembergischen Staatstheater in Stuttgart uraufgeführt wurde. Marcia Haydée spielte die Titelrolle. Neumeier selbst verfilmte das Ballett 1987. Von Frédéric Chopin stammt die Musik – diese zeichnet melancholisch das Bild der oberflächlichen Pariser Gesellschaft.

Mit John Neumeiers „Die Kameliendame“ an der Wiener Staatsoper möchte der Bühnen- und Kostümbildner Jürgen Rose 2024 seine mehr als sechzig Jahre dauernde Karriere beenden.

Hier zu den Spielterminen von Die Kameliendame in der Wiener Staatsoper!

Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
  • Volksoper
    Queer Twist
    Im Juni feiert die LGBTQIA+ Community Lebensfreude und Widerstand. Und in der Volksoper wirft...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • GRAFENEGG FESTIVAL
    Große Stimmen: Piotr Beczała
    Der Ausnahme-Tenor Piotr Beczała wird am 16. August in Grafenegg auftreten. Ein BÜHNE-Gespräch.
    Von Atha Athanasiadis
  • GRAFENEGG FESTIVAL
    Große Stimmen: Asmik Grigorian
    Sie hat die Opernwelt im Eiltempo erobert. Asmik Grigorian ist der Rockstar unter den großen...
    Von Atha Athanasiadis
  • Kammeroper
    Szenen zweier Ehen
    Brandbeschleuniger Eifersucht. In den Einaktern „Lady Magnesia“ und „Zweimal Alexander“...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Wiener Staatsoper
    Was ist für Sie schön?
    Sie ist erst 26 und bereits nah dran am Gipfel der Opernwelt: Die aserbaidschanische...
    Von Atha Athanasiadis
  • Wiener Staatsoper
    Opernperle
    George Bizets Frühwerk „Die Perlenfischer“ ist ein musikalisches Meisterwerk voll großer...
    Von Atha Athanasiadis
  • MusikTheater an der Wien
    Unbefugte Eifersucht
    Geistreicher Schachzug. Regisseur Vasily Barkhatov verlegt Verdis „Stiffelio“ zu den Amish...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Volksoper
    Clemenza 4.0
    Die Milde als Machtmittel in einem System aus Korruption und Mord. Die Volksoper lässt ihr...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • "Manon" in der Wiener Staatsoper.
    Wiener Staatsoper
    Stück in einer Minute: Manon
    Ein Leben in Luxus wünscht sich die junge Manon – und genau das wird ihr zum Verhängnis. Das...
    Von Theresa Steininger
  • Volksoper
    Zarewitsch live gebastelt
    Mehr Poesie geht nicht: Steef de Jong inszeniert Lehárs „Der Zarewitsch“ mit live gezeichnetem...
    Von Atha Athanasiadis
1 / 12