Premiere von „Nur ein Tag“ im Vestibül: Tagtraum oder Traumtag?

Auf spielerische und sehr positive Weise arbeitet sich das Stück „Nur ein Tag" an den großen Fragen des Lebens ab. Am 29. Mai feiert es im Vestibül des Burgtheaters Premiere.

von Sarah Wetzlmayr, 28. Mai 2021

Premiere von „Nur ein Tag“ im Vestibül: Tagtraum oder Traumtag?
Lukas Haas, Max Gindorff und Maresi Riegner in „Nur ein Tag". Foto: Niko Havranek

Kann in einem einzigen Tag das Glück eines ganzen Lebens stecken? Mit dieser und vielen anderen Fragestellungen, die gemeinhin unter dem Begriff „Sinn des Lebens“ zusammengefasst werden, befasst sich das Stück „Nur ein Tag“ von Martin Baltscheit. Inszeniert wird es von Burgtheaterstudio-Leiterin Anja Sczilinski im Vestibül des Burgtheaters.

Ganz ohne mahnend den Zeigefinger zu erheben, widmet sich „Nur ein Tag“ auch der Frage, wie sich der Zugang zum eigenen Leben verändert, wenn man plötzlich weiß, wie viel Zeit einem noch bleibt. Und weil wohl kaum eine andere Figur besser dafür geeignet ist, diese Themen anzugehen, spielt in „Nur ein Tag“ eine außerordentlich lebensfrohe Eintagsfliege (Maresi Riegner) eine der drei Hauptrollen. An ihrer Seite treten außerdem ein Wildschwein (Lukas Haas) und ein Fuchs (Max Gindorff) auf. Gemeinsam versucht das ungleiche Trio in einem einzigen Tag das große Glück zu finden. Und erfährt dadurch – fast schon nebenbei – was Freundschaft eigentlich bedeutet.

Positive Sichtweise

Obwohl im Laufe von „Nur ein Tag“ das Thema Tod immer mehr ins Zentrum rückt, gelingt dem Stück auch hier eine positive Sichtweise, die sich auf den folgenden, im Stück erwähnten Satz stützt: „Niemand weint über das Leben, deswegen sollte auch niemand über den Tod weinen.“

Nicht das Sterben an sich, sondern die gemeinsamen Momente stehen im Vordergrund, die über den Tod der Eintagsfliege hinaus in Fuchs und Wildschwein weiterleben. Mehr soll über diese Inszenierung, die sich entlang der Grenzen zwischen unglaublich lustig, traurig und schön abspielt, aber auch gar nicht gesagt werden. Außer vielleicht noch, dass sehr viel musiziert wird. Die Premiere ist am 29. Mai im Vestibül. Das Stück ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet.

Für die Verfilmung seines Theaterstücks erhielt Martin Baltscheit den Preis der deutschen Filmkritik 2017 in der Kategorie „Bester Kinderfilm“.

Alexandra Althoff (Stellv. Künstlerische Direktorin, Burgtheater), Anja Sczilinski (Leitung Burgtheaterstudio, Regisseurin) und Mag. Heinrich Himmer (Wiener Bildungsdirektor. Foto: Lukas Beck

Zur Person: Anja Sczilinski

Bevor sie mit Martin Kušej von München nach Wien wechselte, leitete Anja Sczilinski das JUNGE RESI, die Kinder- und Jugendtheaterschiene des Münchner Residenztheaters, die sie auch mitaufgebaut hat.

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