Nabucco von Giuseppe Verdi

Das Libretto zu Nabucco holte Verdi aus einer Schaffenskrise heraus und hob den Komponisten in ungeahnte Erfolgshöhen. Mehr zum Hintergrund und dem Inhalt der Oper lesen Sie hier.

Inhalt

Der babylonische König Nabucco kann den Kampf gegen die Israeliten für sich gewinnen und knechtet nun das Volk der Hebräer. Seine liebste Tochter Fenena hat sich allerdings in den jüdischen Prinzen Ismaele verliebt. Fenenas Schwester Abigaille begehrt Ismaele ebenfalls und ist rasend eifersüchtig auf ihre Schwester. Als Abigaille zudem noch erfährt, dass sie in Wahrheit die Tochter einer Sklavin ist, schwört sie Rache.

Nabucco ernennt sich derweil selbst zu einem Gott, der von allen verehrt werden soll. In den Palast schlagen Blitze ein und er verliert den Verstand. Abigaille nutzt die Chance und nimmt die Krone an sich. Sie zwingt den wahnsinnigen Nabucco, ein Dokument zur Hinrichtung der Hebräer, also auch der konvertierten Fenena, zu unterschreiben. Erst am Tag der Vollstreckung erwacht Nabucco aus seiner Umnachtung und kann das Unheil abwenden.

Werkgeschichte

Verdi befand sich nach dem Misserfolg seiner musikalischen Komödie „Un giorno die regio“ in einer Schaffenskrise. Der Direktor der Mailänder Scala jedoch lieferte ihm ein Libretto von Temistocle Solera, um es zu vertonen. Verdi war sofort gefesselt und konnte seine Krise überwinden.

Solera verwendete für sein Libretto verschiedene biblische Psalme sowie die historische Figur des Nebukadnezar (Nabucco), der im Zeitraum 605 bis 662 v. Christus gelebt haben soll, als Vorlage. Die restliche Handlung erfand er dazu. Ursprünglich sollte Otto Nicolai das Libretto vertonen, der lehnte es aber aufgrund seiner „Rohheit“ ab und es fiel zu dessen Glück an Verdi.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand am 9. März 1842 an der Mailänder Scala statt und war sogleich ein Erfolg. Die Abigaille wurde von Verdis späterer Ehefrau Giuseppina Strepponi gesungen. Nabucco war die erste Oper des Komponisten, die auch im Ausland gespielt wurde. So auch in Deutschland und Österreich. Die Oper Berlin, die Semperoper Dresden oder die Staatsoper Wien führten die Oper beispielsweise auf.

Prominente Interpret*innen

Durch die Popularität der Oper gibt es natürlich unzählige Interpretinnen und Interpreten der Figuren. Piero Cappuccilli, Plácido Domingo oder Maria Callas zählen wohl zu den bekanntesten. 2022 in der Oper im Steinbruch wird unter anderem Ewa Plonka die Abigaille verkörpern. Michael Volle gab bei der Schweizer Premiere 2019 sein Rollendebüt als Nabucco.

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