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Wer ist Freund, wer ist Feind? Wie orientiert man sich in einer Welt, in der es kaum noch Orientierungspunkte gibt? In der Werte, Moral und Empathie verloren gehen. Und ab welchem Punkt verliert man sich dadurch selbst? Mit diesen Themen setzt sich Julian Valerio Rehrl auf unterschiedliche Weise in zwei Stücken im Theater in der Josefstadt auseinander. In „Der Weg ins Freie“ bildet der gesellschaftliche Zusammenbruch durch den aufkeimenden Antisemitismus den thematischen Unterbau. „Die Stadt der Blinden“ ist ein Pandemiestück, in dem sich jegliche soziale Gefüge auflösen.

„Der Weg ins Freie“ eröffnet am 2. September die neue Spielzeit im Theater in der Josefstadt. Das Stück basiert auf einem der lediglich zwei Romane von Arthur Schnitzler. Rehrl spielt den jungen Juden Leo Golowski, der mit den Hassattacken und Anfeindungen durch die Antisemiten konfrontiert wird. Spannend war für ihn, spielerisch einen Bogen zu spannen: Vom einem sehr intelligenten, aber zunächst auch noch naiven Jungen, der sich auch ironisierend mit den Entwicklungen auseinandersetzt. Bis die Verletzungen schließlich immer größer werden und er ebenfalls in eine extremere Position abdriftet.

Bewegungsqualitäten herausarbeiten

Auch die zweite Premiere ist harter Tobak: Die José-Saramago-Adaption „Die Stadt der Blinden“, in der Rehrl aktuell mehrere Rollen übernimmt. Der Stoff könnte nicht aktueller sein, da er eine Pandemie und ihre Auswirkungen verhandelt. Darin werden die Bewohner:innen einer Stadt von einer mysteriösen Blindheit befallen. Es inszeniert Stephanie Mohr. „Am Anfang der Arbeit war es für mich zentral, die Frage zu stellen, wie man blinde Menschen darstellt, ohne in Klischees abzudriften“, so Rehrl.

Der 24-Jährige spielt seit Beginn der Saison 2019/2020 am Theater in der Josefstadt. Schon bei seiner Rolle als depressiver Jugendlicher in „Der Sohn“ im Vorjahr arbeitete er stark über körperliche Ausdrucksmittel. „Für 'Die Stadt der Blinden' habe ich mir verschiedene Bewegungsqualitäten überlegt. Prinzipiell ging es darum zu erfassen, was es bedeutet nicht zu sehen", sagt Rehrl. „Und in der Folge die verschiedenen Stadien der Erblindung herauszuarbeiten: Die Vorsicht am Anfang des Erblindens, sich in einer ungewohnten Umgebung nicht zu verletzen, bis hin zur kompletten Selbstaufgabe, wenn sich Menschen ohne Angst über Geröllfelder bewegen.“

Premiere ist am 16. September.

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