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Am 24. April zeigt das Schauspielhaus Bochum die Premiere von Dušan David Pařízeks Inszenierung als Stream.

Am 24. April zeigt das Schauspielhaus Bochum die Premiere von Dušan David Pařízeks Inszenierung als Stream.
Foto: Matthias Horn

Peer Gynt von Henrik Ibsen

Burgtheater
Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Als klassischer Antiheld läuft Peer Gynt durch eine Welt, bei der man sich nie ganz sicher ist, ob er sie nicht frei erfunden hat. Eine Zusammenfassung.

Obwohl es ursprünglich gar nicht für die Bühne gedacht war, zählt Henrik Ibsens Text auch heute noch zu den wichtigsten Stücken des europäischen Dramenkanons. Erst einige Jahre nach der Fertigstellung änderte der Autor seine Meinung und begann, das bis dahin in der Lesefassung sehr erfolgreiche Gedicht, zu einer Bühnenfassung umzuarbeiten. Die Uraufführung fand am 24. Februar 1876 im Nationaltheater (damals Christiania Theater) in Oslo statt.

Inhalt

Peer Gynt ist ein klassischer Antiheld. Er lässt sich treiben und erfindet dabei Lügengeschichten, die ihm dabei helfen, seinem eigentlich trostlosen Leben etwas Strahlkraft zu verleihen. Das macht es schwer, zu unterscheiden, ob es sich bei seinen Geschichten um reale Begebenheiten oder Produkte seiner scheinbar grenzenlosen Fantasie handelt. Sein Größenwahn holt ihn immer wieder aus seiner Trübsinnigkeit, die daher rührt, dass er aufgrund seine Nutzlosigkeit andauernd nur ausgelacht wird.

Inmitten all des Trubels verliebt er sich in Solvejg, die anfangs kein Interesse zeigt, dann jedoch in einem Holzhaus im Wald auf seine Rückkehr wartet. Es erfolgt ein Zeitsprung von etwa 30 Jahren, der einen nach Marokko führt, wo Peer durch Sklavenhandel und den Export von Götzenbildern nach China zu Geld gekommen ist. Sein Reichtum hält jedoch nicht lange an, denn ihm wird sein Schiff mit all seinen Schätzen gestohlen. Er verliert daraufhin noch weitere Habseligkeiten und findet sich am Tiefpunkt seines Lebens in einem Irrenhaus in Kairo wieder. Vollkommen verarmt kehrt er nach Hause zurück. Solvejg, die ein Leben lang auf die Rückkehr ihres Geliebten gewartet hat, nimmt ihn wie eine Mutter bei sich auf und verzeiht ihm.

Entstehung

Der norwegische Dichter Henrik Ibsen hatte vor der Arbeit an Peer Gynt schon einige enttäuschende Theatererfahrungen hinter sich. Seine Stücke fanden beim norwegischen Publikum nicht wirklich Anklang. Er begab sich daraufhin ins italienische Exil und lebte insgesamt 27 Jahre in Italien und Deutschland. Im Exil entstand auch Peer Gynt. Als Inspiration diente Ibsen unter anderem eine in den 1840er-Jahren erschienene Sammlung norwegischer Feenmärchen.

Wirkung

Die Erstauflage von Peer Gynt, damals noch als Gedicht, war in Norwegen schnell vergriffen. Allerdings gab es auch Kritiker. Hans Christian Andersen behauptete zum Beispiel, nie etwas Schrecklicheres gelesen zu haben. In seiner Geschichte wurde das Stück auf unterschiedliche Arten rezensiert. So stilisierten die Nazis Peer Gynt zu einem mustergültigen Arier, woraufhin ein regelrechter Kult entbrannte.

Musik

Die gleichnamige Oper entstammt der Feder des deutschen Komponisten Werner Egk. Sie wurde am 24. November 1938 uraufgeführt. Sehr viel früher, nämlich ungefähr zur selben Zeit, in der Ibsen sein Stück für die Bühne umarbeitete, schuf Edvard Grieg die 26-teilige Schauspielmusik Peer Gynt. Aus der Schauspielmusik stellte Grieg 1888 und 1891 seine beiden Peer-Gynt-Suiten zusammen.

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Peer Gynt am Schauspielhaus Bochum in einer Inszenierung von Dušan David Pařízek

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