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Nichts für Traditionalisten. Diesen Gefahrenhinweis sollte das MusikTheater an der Wien eigentlich auf die Plakate kleben, um all die „Bitte keine Videos und bitte keine moderne Inszenierung“-Wehklager, die einem noch vor Beginn der Vorstellung die Stimmung vermiesen, vorzuwarnen. Man möchte meinen, es hätte sich langsam herumgesprochen, dass Intendant Stefan Herheim das Haus in einem zeitgenössischen Segment positioniert hat und auch klassische Werke in einen relevanten Kontext zu setzen trachtet. Die Realität ist indes, dass das meistbenutzte Wort in der Premierenpause „Werktreue“ lautete, nach der sich sinnloserweise viele sehnen, ohne genau zu wissen, was das eigentlich sein soll. Am Ende tröstlich, dass die auch von der Inszenierung Begeisterten in der Überzahl blieben und Regisseurin Eve-Marie Signeyrole gebührend feierten. So, das musste sein. Nun aber zu Julien Behr, den die BÜHNE wenige Tage vor der Premiere zum Interview traf, um über seinen ersten Roméo zu sprechen.
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