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Agamemnon, Ethikprofessor mit Vorliebe für die großen Fragen des Lebens, möchte nicht, dass die Öffentlichkeit von der Vergewaltigung seiner Tochter durch deren Onkel erfährt. Nicht etwa, um seine Tochter zu schützen, sondern weil er um seine Reputation fürchtet. Er verschleiert die Tat. „Iphigenia“, eine Koproduktion der Salzburger Festspiele mit dem Thalia Theater, operiert zwar mit den von Euripides und Goethe bekannten Namen, spielt aber im Heute. Verrat, Missbrauch, weibliche Opferung und Selbstsucht finden bei Autorin Joanna Bednarczyk und Regisseurin Ewelina Marciniak in einem in der Gegenwart verorteten großbürgerlichen Familienkosmos statt.
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