Im Januar 2018 debütierte Marciniak in Deutschland am Theater Freiburg mit „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare. In der Spielzeit 2019/20 arbeitete Ewelina Marciniak zum ersten Mal am Thalia Theater.

Iphigenia: Antike trifft Großbürgertum

Sarah Wetzlmayr, 18.08.2022

Ewelina Marciniak verpflanzt ihre von Euripides und Goethe inspirierte Iphigenie ins heutige Großbürgertum. Dort wuchern patriarchale Machtstrukturen, die sie immer wieder in die Opferrolle drängen. Die Koproduktion mit dem Thalia Theater versucht diese zu dekonstruieren.

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Agamemnon, Ethikprofessor mit Vorliebe für die großen Fragen des Lebens, möchte nicht, dass die Öffentlichkeit von der Vergewaltigung seiner Tochter durch deren Onkel erfährt. Nicht etwa, um seine Tochter zu schützen, sondern weil er um seine Reputation fürchtet. Er verschleiert die Tat. „Iphigenia“, eine Koproduktion der Salzburger Festspiele mit dem Thalia Theater, operiert zwar mit den von Euripides und Goethe bekannten Namen, spielt aber im Heute. Verrat, Missbrauch, weibliche Opferung und Selbstsucht finden bei Autorin Joanna Bednarczyk und Regisseurin Ewelina Marciniak in einem in der Gegenwart verorteten großbürgerlichen Familienkosmos statt.

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