Die Met in New York. In der Oper werden häufig nicht nur die Leistungen der Sänger*innen, sondern auch ästhetische Tabubrüche und auffällige Regiehandschriften mit Buhrufen quittiert.

Eine kleine Geschichte des Buhrufs

Redaktion, 12.07.2022

Aus der Fülle an Missfallensbekundungen, die früher in Theater und Oper gang und gäbe waren, ist der Buhruf übrig geblieben. Manche versuchen ihn zu umarmen und betiteln sogar ihr Buch damit, andere halten den Ausruf für primitiv und vulgär.

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„Buh“. Ausgerechnet mit diesem Wort – im Grunde eher Laut, für manche sogar Unlaut – beginnt Burgtheater-Direktor Martin Kušej seine autobiografisch angelegte Publikation „Hinter mir weiß“. Der Zusammenhang? Kušejs Inszenierung der Oper „Tosca“ im Theater an der Wien im Jänner 2022. Leander Haußmann, früheres Enfant Terrible der deutschsprachigen Theaterwelt und nicht gerade dafür bekannt, sich gerne mit halben Sachen aufzuhalten, betitelte seine Theaterbiografie sogar mit jenem Ausruf, der im Theater- und Opernkontext auf unmissverständliche Weise Missfallen ausdrückt. Der Buhruf bewegt also nach wie vor.

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