Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti

Wie es zur berühmten Wahnsinnsszene kommt und wer die halluzinierende Lucia schon sang, haben wir hier zusammengefasst.

Inhalt

Zwei verfeindete Familien im Schottland des 17. Jahrhunderts. Lord Enrico Ashton, der einst die Familie der Ravenwoods verdrängte, ist nun nach einem Thronwechsel selbst ein Verfolgter. Er verspricht sich Hilfe durch die Verheiratung seiner Schwester Lucia mit dem einflussreichen Lord Arturo. Doch Lucia hat sich in Wahrheit schon in einen Unbekannten verliebt, der sie vor einem wilden Stier beschützte. Es ist niemand anderer als Enricos Erzfeind, Sir Edgardo Ravenwood.

Als dieser nach Frankreich abreist, schwört er Lucia zuvor noch seine Liebe. Er möchte um ihre Hand anhalten, doch sie weiß um des Bruders Einstellung und Unerbittlichkeit und bittet Edgardo, die Verbindung geheim zu halten. Die Briefe, die Edgardo aus Frankreich schreibt, werden auf Enricos Befehl abgefangen, damit Lucia in die Ehe mit Arturo einwilligt. Schließlich zwingt man sie sogar zu dieser. Just während der Feierlichkeiten kommt Edgardo und fordert seine Rechte auf Lucia ein, muss jedoch erkennen, dass sie den Ehevertrag bereits unterschrieben hat. Er stürzt davon. Lucia verfällt dem Wahnsinn, ersticht Arturo und halluziniert vor versammelter Festgemeinde. Als Edgardo und Enrico sich zu einem Duell treffen, erfährt Edgardo, dass seine Geliebte den Verstand verloren hat. Er will zu ihr – doch schon wird verkündet, dass Lucia gestorben ist. Edgardo ersticht sich und folgt ihr in den Tod.

Werkgeschichte

Das Libretto von Salvatore Cammarano, zu seiner Zeit ein höchst umtriebiger Autor für die Opernbühne, basiert auf der Dichtung „Die Braut von Lammermoor“ des schottischen Dichters Walter Scott. Bereits zuvor hatten andere Komponisten diesen Stoff vertont, nun nahm sich Gaetano Donizetti desselben an. Er schrieb die Oper im Auftrag des Teatro San Carlo in Neapel für 1835. Für die Pariser Erstaufführung 1839 hat er sie stark überarbeitet. Als Höhepunkt der Oper gilt die berühmte Wahnsinns-Szene.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung am 26. September 1835 wurde zum überwältigenden Erfolg für Donizetti. Schon innerhalb kurzer Zeit war das Werk an zahlreichen führenden Bühnen Europas und der Welt vertreten, 1837 fand die erste Aufführung in Wien statt. Gemeinsam mit „Don Pasquale“ und „Der Liebestrank“ gehört „Lucia di Lammermoor“ zu jenen Werken Donizettis, die seit damals bis heute eine lückenlose Aufführungstradition vorweisen können.

Prominente Interpret*innen

In den 1950er Jahren war die Rolle der Lucia vor allem mit Maria Callas verbunden, die neue Maßstäbe in der Interpretation der Rolle setzte. Auch Joan Sutherland und Edita Gruberová machten als „Lucia“ Furore. Wer die Oper auf DVD sehen möchte, hat die Auswahl zwischen Anna Netrebko und Piotr Beczała in den Hauptpartien in einer Version der Metropolitan Opera New York und Diana Damrau, Charles Castronuovo und Ludovic Tézier in einer Aufzeichnung aus dem Royal Opera House in London.

Zu den Spielterminen von „Lucia die Lammermoor in der Wiener Staatsoper

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