Ein Stück in einer Minute: La Traviata von Giuseppe Verdi

Die erste Oper Verdis, die in der Gegenwart der Uraufführung spielte und das Leben einer totkranken Kurtisane schildert, lässt niemanden kalt.

Inhalt

Auf einem rauschenden Fest schenkt die Kurtisane Violetta Valéry Alfredo Germont eine Kamelie. Sie fordert ihn auf, sie zu besuchen, wenn die Blume verblüht ist. Violetta und Alfredo werden ein Paar. Im nächsten Akt leben die beiden außerhalb von Paris zusammen. Violetta hat ihr früheres Leben aufgegeben. Doch Alfredos Vater fordert sie auf, seinen Sohn zu verlassen, da anderenfalls die Verlobung von Alfredos Schwester auf dem Spiel stünde. Dass Violetta unheilbar krank ist, ändert für den Vater die Lage nicht. Violetta willigt ein und schreibt einen Abschiedsbrief. Alfredo folgt ihr trotz des Vaters Einwänden nach Paris. Bei einem Kartenspiel kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Violettas früheren Liebhaber Douphol. Dabei wirft Alfredo Violetta Geld für die gemeinsame Zeit vor die Füße. Als er reuig an ihr Sterbebett kommt, ist es zu spät.

Werkgeschichte

Eine Oper über eine tuberkulosekranke Lebedame war damals ein absolutes Novum. „La Traviata“ war Verdis erste und einzige Oper, die in der Gegenwart ihrer Uraufführung spielt. Die literarische Vorlage ist Alexandre Dumas „Die Kameliendame“, der diesen Roman wohl aus eigener Erfahrung mit einer Edelkurtisane schrieb. Verdi kannte das Buch, dürfte aber erst durch eine Aufführung des Stoffes in Paris auf den Geschmack gekommen sein. Daher orientiert sich das Libretto von Francesco Maria Piave an Dumas Theaterfassung. Verdi, der damals auf der Suche nach „neuen, großartigen, schönen, abwechslungsreichen, kühnen Stoffen“ war, wie er einem Freund schrieb, komponierte das Werk in nur fünf Wochen.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung im Teatro La Fenice in Venedig am 6. März 1853 wurde ein Fiasko. Selbst das aufgeschlossene Publikum dort war durch den Stoff überfordert. Man kannte ja bis dahin nur historische Stoffe als Sujets von Opern. Aber schon eine weitere venezianische Aufführung im Teatro San Benedetto 1854 wurde zum Erfolg.

Prominente Namen

Die Handlung dürfte Verdi auch an seine eigene Frau erinnert haben: Giuseppina Strepponi war eine Frau „mit Vergangenheit“, sie hatte drei Schwangerschaften von verschiedenen Männern gehabt, weshalb ihre Beziehung mit Verdi in der vornehmen Gesellschaft von Paris zu Schikanen führte. Verdi zog sich mit Giuseppina in seine Heimat zurück, aber auch in Bussetto gab es Widerstand der Kleinstadt-Bevölkerung.

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