Von Schönberg bis zur Fußballoperette: Die Volksoper präsentiert facettenreiche Spielzeit

Musical, Oper, Ballett: Die Wiener Volksoper zeigt in der kommenden Saison wieder ein vielseitiges Programm. Es ist die letzte Spielzeit des langjährigen Direktors Robert Meyer, bevor Lotte de Beer im Herbst 2022 übernimmt.

von Julia Schilly, 11. Juni 2021

Von Schönberg bis zur Fußballoperette: Die Volksoper präsentiert facettenreiche Spielzeit
Die Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam" ist die erste Premiere der Wiener Volksoper in der Spielzeit 2021/2022. Katharina Gorgi spielt die Titelrolle. Foto: Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

Es ist ein Programm, das sich sehen lassen kann. Und es ist das Programm, mit dem Robert Meyer Abschied als Direktor der Volksoper nimmt. Im Herbst 2022 wird die Niederländerin Lotte de Beer die künstlerische Leitung des Kulturhauses antreten. Zuvor sind noch elf Premieren geplant. Meyer zeigte sich bei der Präsentation seiner letzten Spielzeit in seiner Funktion zufrieden. In seinen 14 bisherigen Saisonen konnte er eine durchschnittliche Auslastung von 82 Prozent erreichen.

Insgesamt drei Premieren sollen nachgeholt werden. Durch die langen Monate der Covid-19-bedingten Schließungen konnten sie noch nicht vor Publikum präsentiert werden. Dazu zählt „Schoenberg in Hollywood“ als europäische Erstaufführung. Doch auch „Boris Godunow“ in der Inszenierung von Peter Konwitschny und Brittens „Tod in Venedig“ in Kooperation mit dem Royal Opera House London – Regie führt David Mc Vicar – sollen nun endlich auf die Bühne kommen.

Rosenkavalier kommt an die Volksoper

Das sind die neu geplanten Premieren: In der Inszenierung von Andreas Gergen wird die Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam“ gezeigt – eine glamouröse Revueoperette aus der Feder von Paul Abrahams. Die Erstaufführung fand übrigens bereits im März 1937, in Anwesenheit der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft, am Theater an der Wien statt. Premiere ist am 11. September.

Es folgt Richard Strauss „Der Rosenkavalier“ am 31. Oktober. In einer Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger kommt „Der Rosenkavalier” als Koproduktion mit dem Theater Bonn nun nach 110 Jahren an das Opernhaus. 

Zemlinksy, Weill und „La Cage aux Folles“

Die Besucher:innen der Wiener Volksoper erwartet mit „Kleider machen Leute“ zudem ein zu Unrecht viel zu selten gespielter Alexander Zemlinsky. Anlässlich des 150. Geburtstags des einstigen Volksopernkapellmeisters kehrt seine Oper konzertant unter der Leitung von Alfred Eschwé auf den Spielplan zurück.

Erstmals wird an der Volksoper Kurt Weills „Lady in the Dark“ gezeigt. Die Gelegenheit dieses Musical abseits des Mainstreams zu erleben, gibt es erstmals am vierten Dezember. Mit „La Cage aux Folles“ steht als Kontrast ein viel gespieltes Musical am Plan. Publikumsliebling Drew Sarich verkörpert darin die Dragqueen Zaza. Premiere: 20. März 2022. Im Kasino am Schwarzenbergplatz wird am neunten April 2022 die europäische Erstaufführung von Tod Machovers „Schoenberg in Hollywood“ statt finden.

Martin Schläpfers „Ein Deutsches Requiem“

Ballettchef Martin Schläpfer wird gleich drei Premieren liefern. Zum einen wird endlich sein Stück „Ein Deutsches Requiem“ zu Musik von Johannes Brahms aufgeführt. Das Ballett über Leben und Tod, Trauer und Hoffnung, Menschlichkeit und Verlorensein sorgte bereits an anderen europäischen Häusern für Furore. Premiere in Wien ist am 21. September.

Es folgen „Begegnungen“ und „Kontrapunkte“ mit Choreographien von Martin Schläpfer, Alexei Ratmansky, Andrey Kaydanovskiy, Anne Teresa De Keersmaeker und Merce Cunningham. Die Stücke sind erstmals am zweiten Februar bzw. am vierten Juni zu erleben.

Drei Wiederaufnahmen und 18 Stücke aus dem Repertoire

Drei Wiederaufnahmen (Benatzkys „Axel an der Himmelstür”, Kolonovits „Antonia und der Reißteufel” und Mozarts „Die Hochzeit des Figaro”) ergänzen gemeinsam mit 18 Repertoirestücken aus vier Genres den vielseitigen Spielplan.

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