DIE COUSINEN

Uraufführung

VT//Dunkelkammer

DIE COUSINEN

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„Ein fehlbarer Engel am Tag des jüngsten Gerichts.“

Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland sowie der Kölner StadtRevue. 2012 findet die Journalistin ihren neuen Wohnort in Graz und damit ihre neue Heimat in der Fiktion. Schnell zeigt sich, dass sie als Autorin eine essenzielle Stimme für den deutschsprachigen Literaturbetrieb ist. Ihr erster Roman SECHSZEHN WÖRTER erhält 2016 den Österreichischen Buchpreis (Debüt) sowie den Morgenstern-Preis. Mit ihrem Text DER COUSIN wird sie 2021 Ingeborg Bachmann-Preisträgerin. Dieser Text bildet den Ausgangspunkt für die Stückentwicklung in der Dunkelkammer.

In einem leeren New Yorker Theatersaal führt die Ich-Erzählerin ein Gespräch mit ihrem Cousin – er ist aus dem Iran emigriert, um ein erfolgreicher Tänzer zu werden, sie, um zu schreiben. In diesem theatralen Zwischenraum begegnen sich die beiden in ihrer jeweiligen Kunstsprache, welche versucht, sich aus den persönlichen Wunden, der Flucht, der Vergangenheit, einen neuen freien Raum zu schaffen. Sie liest ihm seine Geschichte über die Zeit der Gefangenschaft vor, er führt sie über den Tanz in die Performance. Das alles geschieht auf der Bühne Amerikas, die einem das Gefühl von „living the dream“ leicht verkauft und außer Acht lässt, welcher hohe Preis dafür gezahlt werden muss. Hier werden Sprache und Bühne zum zärtlichen Kampf um Kunst als einzige Utopie, in welcher Freiheit und Verletzlichkeit möglich sind.
Nicht um des Schreibens oder Tanzens, sondern um des Singens willen hat die Sängerin und festes Ensemblemitglied Hasti Molavian mit siebzehn den Iran verlassen. In ihrem autobiographischen Soloabend ICH BIN CARMEN – UND DAS IST KEIN LEIBESLIED gab sie bereits einen Einblick, was es heißt, mit sieben Jahren den Geigenkasten oder als Elfjährige ihre Stimme im Chor vor der Sittenpolizei zu verstecken. Auch für sie ist Kunst ein Kampf um Selbstbestimmung.

Die Regisseurin [b]Laura N. Junghanns [/b]debütierte 2022 mit DER TERMIN in der Dunkelkammer. Gemeinsam mit Hasti Molavian und Nava Ebrahimi wird sie 2023 einen Text erarbeiten, der die Bühne als politischen Körper erforscht und danach fragt, ob dieser denn jemals frei von Herkunft sein kann.

SchauspielerInnen

Irem Gökçen
Hasti Molavian
Claudia Sabitzer

Künstlerisches Team

Regie
Laura N. Junghanns
Dramaturgie
Jennifer Weiss