Hintergrund mit Ansage.  Kirill Serebrennikov vor einer zufällig dastehenden Kulissenwand. Er selber war in Moskau in Haft.

Wenn es an Freiheit mangelt, mangelt es an allem

Atha Athanasiadis, 13.09.2024

Was ist Freiheit? Eine Haltung? Verdi hat versucht, in seinem Hit „Don Carlo“ eine Antwort zu finden. Kult-Regisseur Kirill ­Serebrennikov holt das Stück ins Heute – als großes Sängerfest in aufwendig rekonstruierten Originalkostümen.

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Prison sucks. Gefängnis ist scheiße. Jemand hat es mit Kreide auf eine Wand im Orgelsaal der Wiener Staatsoper geschrieben. Kirill Serebrennikov grinst und nickt. Wer, wenn nicht er, weiß das ziemlich genau. Hier im sechsten Stock warten die Debütantinnen beim Wiener Opernball auf ihren Auftritt. Hier stehen Kulissen herum, und hier gibt es auch zwei Ausgänge auf die Balustrade des Dachs – einer geht in Richtung Ring, der andere in Richtung Hotel Bristol.

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