Der gebürtige Schweizer begann seine Theaterkarriere als Teil der Theatergruppe „­Theater Affekt“. Er hospitierte bei Luc Bondy, inszenierte unter anderem am Schauspielhaus Wien und 1997 bei den Salzburger Festspielen. Von 1998 bis 2003 war er ­Schauspieldirektor am Theater Basel. Für die Inszenierung von Wajdi Mouawads „­Verbrennungen“ am Wiener Akademietheater wurde er 2008 mit einem NESTROY ­ausgezeichnet. Von 2013 bis 2024 leitete er das Schauspiel Köln.

Von der Burg zur Luftburg

Sarah Wetzlmayr, 15.05.2025

Stefan Bachmann ist nicht nur Direktor des Burgtheaters, sondern auch Regisseur und leidenschaftlicher Gärtner. Sein nächstes Ziel: den Golfrasen rund ums Burgtheater ein bisschen aufzulockern. In Sachen Stimmung ist ihm das bereits gelungen.

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Diese Woche ist noch schlimm, aber nächste wird alles besser. Es gibt wohl kaum einen Ort, der besser geeignet ist, um über eine der wirkmächtigsten Lügen menschlichen Daseins zu sprechen, als den größten Illusionskasten der Stadt. „Das Geheimnis liegt darin, sich diesen Satz selbst zu glauben“, ist Stefan Bachmann überzeugt. Und er muss es ja wissen, schließlich ist er als Theaterregisseur und Direktor ebenjenes Kastens absoluter Illusionsexperte. Er lacht. Gerade steckt der gebürtige Schweizer wieder mitten in diesem selbst erbauten Lügengebäude – in der fast theatralen Verabredung mit sich selbst, dass diese nächste Woche, in der alles besser wird, tatsächlich irgendwann kommt. Am Tag unseres Treffens hat er gerade die Generalprobe für „Die Wurzel aus Sein“ hinter sich gebracht, am Abend findet die Premiere von „­Elisabeth!“ im großen Haus statt. Zwischen Interview und Premiere müsse er noch kurz nach Hause, um sich umzuziehen, merkt er an. Am Burgtheater ist eben immer etwas los – und dieses „Immer“ ist durchaus wörtlich zu verstehen. Über die sogenannte Spielverpflichtung werden wir aber etwas später noch genauer sprechen. Jetzt geht es erst einmal rauf aufs Dach des Burgtheaters – zum historischen Blasengel, der den Theaterorganismus mit Frischluft versorgt. Das passt auch deshalb ganz gut, weil es Bachmann von Anfang an wichtig war, die BURG zu einem Ort zu machen, der Gegenwart atmet – der gierig aufsaugt, was gerade in der Stadt in der Luft liegt.

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