Werbung
Egal wie sehr er sich verbiegt und in welche Richtungen er sich neigt, Atticus steht durchgehend im Schatten seines zwei Minuten älteren Zwillingsbruders Adam. Obendrein ist dieser Schatten, davon ist der jüngere Bruder überzeugt, auch noch deutlich länger als sein eigener. „Aus irgendeinem Grund, selbst wenn da nichts Äußerliches ist, kann ich sehen, dass er größer ist als ich – vom Wesen her. Und unsere Schatten beweisen das. Es ergibt keinen Sinn – aber es ist einfach so“, beschreibt Atticus die Situation, die zwar jeder Logik entbehrt, sich aber, wenn es nach ihm geht, schlicht und ergreifend so darstellt. Die eben in aller Kürze beschriebenen Zwillingsbrüder stammen aus dem Stück „Der Junge mit dem längsten Schatten“ von Finegan Kruckemeyer, das Gerald Maria Bauer mit den beiden Spieler*innen Mino Dreier und Una Nowak im Theater im Zentrum auf die Bühne gezaubert hat. Während es Atticus nicht gelingt, aus dem Schatten seines Bruders herauszutreten, treibt sich Adam stets auf der Sonnenseite des Lebens herum – er ist bei den Mitschüler*innen beliebt, fährt BMX-Rad und baut Schlachtschiffe aus Lego.
Werbung