Das „Salzamt“ ist das wohl letzte verbliebene Wiener Speisehaus aus jener einst glorreichen Spielart der gutbürgerlichen Gastronomie, in der mittels täglich frisch geschriebener Karte, klassischer Wiener Küche, ganz zart französischen Einsprengseln und stets herausragendem Service der Ruhm unserer Idee vom guten Essen einst mit begründet wurde. Und das gilt heute mehr denn je.

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Es braucht ein bisserl Fantasie, aber dann wirkt das „Salzamt“ mit seinem lang gezogenen Speisesaal durchaus wie ein eleganter Speisewagen – aus jener Zeit, als in diesen Einrichtungen noch gekocht, nach allen Regeln der Kunst serviert und die Teller auf frisch gestärkten, weißen Tischtüchern zu landen hatten. Und dieser Speisewagen gleitet seit mehr als 40 Jahren durch die Zeit, auf dem Weg in eine nahe, ferne, ganz und gar imaginäre Metropole in der Mitte Europas. Serviert werden, wie es sich gehört, die Klassiker der Wiener Küche, gern mit elegant-balkanischem Einschlag, aber auch dezidiert atlantische Köstlichkeiten. Austern etwa oder Foie gras – und eine ganz wunderbare, kompromisslos französische Fischsuppe samt Rouille, Gruyère und CroÛtons, wie man sie sich in einer Pariser Brasserie nicht besser vorstellen kann.

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