„L‘opera seria“ ist eine Coproduktion und wurde 2025 bereits an der Scala in Mailand gezeigt.

Spätbarocke Seifenoper

Klaus Peter Vollmann, 26.02.2026

Verschollene Sänger, Primadonnen, deren Mütter sich in alles einmischen, ein Impresario, der mit dem Geld durchbrennt. Florian Leopold Gassmanns „L‘opera seria“ ist eine rigorose Komödie. Schräg. Schrill. Skurril. Und erstaunlich gegenwärtig.

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Das kann ja heiter werden. Und für diese Vermutung muss man wahrlich kein Prophet sein. Denn „L’opera seria“ hat alles, was ein sinnlich-vergnüglicher Abend benötigt: einen wahnwitzigen Plot, brillante Musik und hervorragendes Personal. Dass diese 1769 im Burgtheater uraufgeführte Opernparodie von Komponist Florian Leopold Gassmann und Librettist Ranieri de’ Calzabigi seither nie wieder in Wien zu sehen war, ist eines der vielen Mysterien der Musiktheatergeschichte. Überhaupt verschwand die rasante Persiflage von den Spielplänen und wurde erst 1994 von René Jacobs wiederentdeckt. Dirigent Christophe Rousset und Regisseur Laurent Pelly haben „L’opera seria“ auf den neuesten Stand gebracht und 2025 bereits an der Mailänder Scala gezeigt. „Aber ich habe sofort gesagt, diese Oper gehört nach Wien, denn sie ist Teil der Wiener Operngeschichte.

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