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Die Dirne und der Soldat, der Soldat und das Stubenmädchen. Später die Schauspielerin und der Graf, am Ende der Graf und wieder die Dirne, sodass der Kreis sich schließt: Arthur Schnitzlers „Reigen“ schildert, wie fünf Frauen und fünf Männer flirten, einander näherkommen. Was folgt, sind Gedankenstriche anstatt der Beschreibung des sexuellen Akts, wobei die Lust auf Beischlaf ebenso zur Sprache kommt wie die Ernüchterung danach. Gleichzeitig beschreibt Schnitzler in den Szenen auch die doppelbödige Sexualmoral der Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende: Damals sollten die Stubenmädeln zum Amüsement der jungen Herren da sein. Ehefrauen setzten mit Seitensprüngen ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel. Schnitzler deckte somit auch soziale und moralische Missstände auf.
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