Piotr Beczala: Geschätzt, gefragt, gefeiert

Klaus Peter Vollmann, 10.08.2022

Er zählt zu den größten lyrischen Tenören der Gegenwart und liebt Österreich. Zum Glück. Denn so kommt man hierzulande oft in den Genuss seiner Stimme, zu der er selbst ein ambivalentes Verhältnis hat. Aktuell ist Piotr Beczala bei den Salzburger Festspielen als Radamès in „Aida“ zu erleben.

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Piotr Beczala schätzt Qualität. Dafür ist er bereit, auch seine eigenen Grenzen auszuloten, sich zum Beispiel auf gewagte Inszenierungen einzulassen, auch wenn ihm konventionellere Zugänge persönlich vielleicht näher lägen. Qualität entstehe auch aus der Reibung mit anderen starken Persönlichkeiten, jedoch nie aus dem Mittelmaß oder gar der Unterwürfigkeit, meint er. Mit dieser lebensklugen Einstellung, und natürlich ausgestattet mit großem Talent, Fleiß und Durchsetzungskraft, hat es der gebürtige Pole, der heute auch Wohnsitze in Wien, New York und der Schweiz sein Eigen nennen darf, zum Weltstar geschafft. Und mit Humor, die als Energieträger zum Publikum fungiert, was man bei seinem heurigen Konzert in der Wiener Staatsoper, bei dem er neben den erwarteten Gassenhauer-Arien vor allem seine polnischen Lieblingslieder intonierte, eindrucksvoll erleben konnte. Divenhaftes Verhalten akzeptiert er weder bei sich selbst noch bei anderen.

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