Musikalisches Gedankenspiel: „Maria und die Fledermaus“ im Theater am Werk

Sarah Wetzlmayr, 30.09.2026

Wie serviert man eine Süßspeise, die nicht zu süß ist? Wie könnte es aussehen, wenn sich die Tiere über die Menschen stellen? Das sind nur zwei jener Fragen, die Imre Lichtenberger Bozoki bei der Entwicklung des Singspiels „Maria und die Fledermaus“ umgetrieben haben. Die Inszenierung ist noch bis 10. Oktober im Theater am Werk zu sehen.

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In der Praxis von Tierärztin Maria scheint ein ganz normaler Tag seinen Lauf zu nehmen: Während Praxishund Zuki (von Zukunft) auf seinen Spaziergang wartet, trippeln und torkeln immer mehr kranke Tiere zur Tür herein. Ihre rätselhaften Leiden lassen sich jedoch nicht einfach mit herkömmlichen Schmerzmitteln eindämmen. Überhaupt scheint sich etwas Unheilvolles über Wien zusammenzubrauen. Als während eines Blackouts auch noch eine äußerst flatterhafte Fledermaus mit Revolutionsgedanken gegen die Fensterscheibe knallt und sich ein gefährliches Virus auszubreiten droht, wirkt es so, als würde die alte Ordnung endgültig in Stücke brechen. Vielleicht hilft in dieser Situation nur noch die Operette, die sich in der Vergangenheit ja bereits mehrfach als probates Mittel zur Verdrängung von Krisensituationen beweisen konnte. Als süßes, nicht verschreibungspflichtiges Gegengift, dessen Wirkung sich immer dann besonders gut entfaltet, wenn sich große Umbrüche abzeichneten.

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