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Manchmal floriert der Geist prophetisch. Doch die Realität ist schneller. Als Ewald Palmetshofer mit der Arbeit an „Sankt Falstaff“ begann – das 2025 am Münchner Residenztheater uraufgeführt wurde und am 9. Mai am Burgtheater Österreich-Premiere feiern wird –, war Donald Trumps zweite Amtszeit gespentische Fiktion und die „No Kings“-Bewegung folglich noch nicht einmal erdacht. „Tatsächlich habe ich das Stück noch vor Trumps Wiederwahl fertiggestellt“, erzählt der österreichische Dramatiker mit Wohnsitz in München im Interview. „Aber ich musste irgendwann nach der Coronapandemie und nach hundert Textseiten noch einmal von vorne anfangen, weil sich der politische Diskurs inzwischen weiter radikalisiert hatte. Mir wurde klar, dass ich den Staat, von dem ich erzählen wollte, viel deutlicher fassen muss. Und zwar als illiberale Demokratie.“
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