Work-Life-Balance. Mehr als drei, vier Opernproduktionen jährlich möchte Vasily Barkhatov aus Qualitätsgründen nicht machen. Außerdem muss Zeit bleiben für seine außertheatralen Leidenschaften: Lesen und Surfen in Portugal.

Lust auf Leiden

Klaus Peter Vollmann, 06.04.2023

Zu gut für diese Welt. Als realitätsferner Sonderling scheitert Fürst Myschkin in Mieczysław Weinbergs Oper „Der Idiot“ an seiner Empfindsamkeit. Regisseur Vasily Barkhatov inszeniert das imposante Werk als fesselnden Loop ohne Erlösungsmoment.

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Kamera an – Mikro ein. Vasily Barkhatov ist per Zoom aus Bonn zugeschaltet, wo er gerade seine Bregenzer-Festspiel-Produktion „Sibirien“ auf die Bühne gebracht hat, und zeigt sich im Gespräch genauso locker wie seine beneidenswerte Haarpracht. Der juvenile Look ist eventuell auch dafür verantwortlich, dass man ihn noch immer als „aufstrebenden Regisseur“ tituliert, was angesichts seiner Vita zwar stark untertrieben, andererseits aber auch ein schönes Zeichen dafür ist, dass man sich in der Opernwelt auch mit 39 noch zum Nachwuchs zählen darf.

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