Birgit ­Minichmayr und Michael ­Maertens kreisen in „Komplizen" im Wiener Burgtheater um sich selbst und umeinander.

Kolumne von Angelika Hager: Willkommen im Stone-Age!

Angelika Hager, 03.11.2021

Regisseur Simon Stone mache Theater, wie wir es dringend brauchen, schreibt die BÜHNE-Kolumnistin. Wer sich selbst davon überzeugen will: Aktuell wird „Komplizen" im Wiener Burgtheater gespielt.

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Die Versuche, Klassiker in die Gegenwart zu stemmen, können auch so richtig schiefgehen, weil sie oft die Duftnote der Anstrengung atmen. Im Regietheater der 1980er-Jahre wurde dieses Hochjazzen von Brocken der Theaterliteratur in die Aktualität irgendwann nur mehr mit müden Seufzern wie „Nicht schon wieder Hamlet im Frack!“ oder „Bitte alles, nur keine halb nackten Nazis mehr!“ bedacht. Simon Stone, der wie ein Hippiekind von Rudolf-Steiner-affinen Eltern wirkt, hat mit seiner hemmungsbefreiten Vereinnahmung großer Literatur ein neues Genre geschaffen, an dem bereits viele Epigonen anzudocken versuchten.

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