Keren Kagarlitsky studierte an der Jerusalem Academy of Music and Dance und an der Universität der Künste Berlin. Wichtige Engagements führten sie u. a. ans Teatro Bellini in Catania, ans Teatro Massimo in Palermo, zum BBC Philharmonic und zum Jerusalem Symphony Orchestra. Seit der Saison 2022/23 ist sie Hausdirigentin der Volksoper Wien.

Keren Kagarlitsky: „Das Timing ist so absurd und so real.“

Klaus Peter Vollmann, 07.12.2023

„Lass uns die Welt vergessen“ würdigt auch die Musik von Jara Beneš. Keren Kagarlitsky rekonstruierte sie und komponierte zudem eigene Werke. Für die israelische Dirigentin ist diese Arbeit ein Zufluchtsort.

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Das Handy liegt stets griffbereit. Keren Kagarlitsky entschuldigt sich für das, was jeder versteht. Die Dirigentin stammt aus Israel und will permanent für ihre Familie erreichbar sein. Zeitweise habe sie das Gefühl, dass nicht nur auf der Bühne von „Lass uns die Welt vergessen“ die Ebenen von Realität und künstlerischer Fiktion verschwimmen würden, sondern dass dies auch in ihrem Dasein so sei. „Es ist so, als hätte ich keinen Kontrast zwischen Arbeit und Leben. Einen Tag nach dem Überfall der Hamas auf Israel musste ich ‚La Cenerentola‘ dirigieren, was wirklich schwer für mich war, weil das eine ausnahmslos fröhliche Oper ist. Mittlerweile hilft mir diese Kontrastlosigkeit beim Komponieren. Ich wache morgens auf, schaue und lese die Nachrichten, weine und fange dann an zu komponieren. Das ist seit Wochen mein Alltag.“

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