Julya Rabinowich: Falsche Fakten

Redaktion, 18.05.2026

Es ist gemütlicher, sich mit denen an der Macht zu identifizieren. Sogar, wenn die Macht das Gegenteil dessen tut, was sie versprach.

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Das Leben ist ein Hamsterrad, das mit einem Kaleidoskop Kinder bekommen hat. Und diese Kinder werden von der Revolution gefressen. Oder so. Die Steinchen wirbeln in immer neue Positionen, das dauergetriebene Gehetze im Rad (oder, frei nach Hermann Hesse, unter diesem) geht in die nächste Runde, alles dreht sich, alles bewegt sich, alles Walzer! Faktum ist, dass nix fix ist im Leben. Es ist ein Doppel- und ein Schnürboden gleichzeitig, aus dem heraus sowohl ein Deus ex Machina als auch ein schnöder Absturz entstehen können. Und es ist ein Strauß voller Widersprüchlichkeiten, die man auch noch lernen muss zu ertragen. Das ist oft kein leichtes Unterfangen. Aber was ist schon leicht. Im Endeffekt, außer einem hochschießenden Hassgefühl oder einer abrupten Verliebung, kaum etwas. Und am Schwersten ist die Bereitschaft, die allzu schmerzhafte Realität als eine solche zu erkennen. Und anzuerkennen. Man glaubt lieber das, was weniger ängstigt. Etwas, das weniger verstört.

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