Künstlerische Reunion. Claus Peymann habe sie am längsten gekannt, Alfred Kircher habe ihr die größten Rollen gegeben, doch Andrea Breth habe sie am stärksten geprägt, sagt Lore Stefanek.

Im Vorzimmer von Joseph Goebbels

Klaus Peter Vollmann, 16.12.2025

Von den Gräueln nichts gewusst. Zufällig hineingestolpert. Nur die Arbeit erledigt. Kann das stimmen? In „Ein deutsches Leben“ erzählt die Sekretärin des Propagandaministers aus ihrem Leben. Andrea Breth inszeniert. Lore Stefanek ist Brunhilde Pomsel.

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Schwebezustand. Jahrzehntelang hat sie geschwiegen. Erst im Alter von 103 Jahren gab Brunhilde Pomsel mit erstaunlich gutem Gedächtnis Auskunft über ihre Zeit als Stenotypistin und Sekretärin von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels. Wiewohl sie für einen der größten NS-Verbrecher tätig gewesen ist, verstand sie sich als unpolitische Randfigur und beharrte bis zuletzt darauf, vom Holocaust erst nach Kriegsende erfahren zu haben. Fünf Jahre verbrachte sie in russischer Gefangenschaft. Unmittelbar danach machte sie erneut Karriere und stieg in der ARD-Programmdirektion bis zur Chefsekretärin auf. Nach ihrer Pensionierung lebte sie in einem Altersheim in München-Schwabing und starb – bittere Ironie der Geschichte – mit 106 Jahren in der Nacht zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2017.

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