Christopher Wurmdobler ist gefeierter Buchautor, Journalist und Schauspieler.

Essay: Zusammen lacht man weniger allein

Redaktion, 18.12.2025

Warum gehen wir ins Theater? Wegen der Zerstreuung. Falsche Antwort. In Wahrheit gehen wir nur ins Theater, um eins zu werden. Wegen des Gemeinschaftsgefühls, so Christopher Wurmdobler in seinem Essay.

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Die Handlung ist wirklich komplett plemplem: Der Diebstahl eines Diamanten aus dem schlecht gesicherten Safe einer Bank in der amerikanischen Provinz geht kolossal schief. Und sonst? Inhalt oder Message? Von wegen! Um mehr geht’s da nicht; abgesehen vielleicht von einem Bühnenbild-Überraschungs-Coup in Teil zwei. Und trotzdem ist die „Komödie mit Banküberfall“, aktuell im Volkstheater zu sehen, ein Riesengeschenk an alle, die Theater lieben. Weil wir plötzlich wieder wissen, warum wir Theater lieben. Klar, der Abend ist saukomisch, vom Ensemble virtuos gespielt, bestens auf Timing geschrieben, „well made“ also und mit dem nötigen Tempo inszeniert – darum kommt er beim Publikum auch so gut an. Was die ganze Angelegenheit aber erst zum Geschenk macht, ist etwas, das fast nur noch Livetheater vermag: Wir gehen zum Lachen nicht aufs Sofa, sondern streamen irgendwelche angesagten Netflix-Serien, doomscrollen Nachrichten oder ballern TikTok-Videos, bis uns ganz flau wird.

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