Noch bis 23. Oktober im Theater Nestroyhof Hamakom: „Knöpfe“ inszeniert von Bérénice Hebenstreit.

Eindeutig uneindeutig: „Knöpfe“ im Hamakom

Sarah Wetzlmayr, 01.10.2025

Mit „Knöpfe" hat Ilse Aichinger ein Hörspiel geschaffen, das zwar in einer konkreten Welt verankert zu sein scheint, gleichzeitig jedoch auf geheimnisvolle Weise von dieser abweicht. Genau diese Spannung fand Regisseurin Bérénice Hebenstreit an dem Text besonders spanend. Wir haben sie und Ingrid Lang im Theater Nestroyhof Hamakom getroffen.

Werbung

Ann ist erst seit kurzem in der Knopffabrik angestellt. Sie sortiert Knöpfe, die Frauennamen tragen und eine unheimliche Faszination ausstrahlen. Während der Arbeit dringen immer wieder seltsame Geräusche zu ihr durch, die jedoch nur sie hören kann. Außerdem scheint es ganz normal zu sein, dass am laufenden Band Arbeiterinnen aus der Fabrik verschwinden. Die vermeintliche Geborgenheit eines sicheren Arbeitsverhältnisses in unsicheren Zeiten steht den unheimlichen Mechanismen, die sich im Verborgenen der Fabrik abspielen, gegenüber. In ihrem 1953 produzierten Hörspiel „Knöpfe“ etabliert Ilse Aichinger eine Wirklichkeit, die auf subtile und zugleich unheimliche Weise von der Realität abweicht. „Es fühlt sich so an, als würde sie ein Brennglas auf die Realität legen“, sagt Regisseurin Bérénice Hebenstreit, die das Hörspiel im Theater Nestroyhof Hamakom auf die Bühne bringt. „Es ist spannend, mit diesen konkreten Situationen und Figuren umzugehen, gleichzeitig aber viele Dinge offenzulassen, weil jeder Satz mit einer zweiten Ebene ausgestattet ist.“

Weiterlesen

Werbung