Zuletzt inszenierte Stephanie Mohr im Theater in der Josefstadt „Die Stadt der Blinden“.

Ein Kind unserer Zeit: Visionäres Altes mit der Brisanz des Jetzt

Atha Athanasiadis, 21.06.2022

Ödön von Horváths aufwühlendes Meisterwerk „Ein Kind unserer Zeit“ kommt an die Josefstadt. Gespielt von vier wunderbaren Frauen. ­Inszeniert von Stephanie Mohr. Ein Stück über den Irrsinn des Krieges, ­veröffentlicht 1938 und so aktuell, dass es wehtut.

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Aktueller geht nicht. Von der Programmierung. Der Handlung. Der Klugheit der Sätze. Mehr am Punkt der Zeit kann ein Stück derzeit nicht sein. „Ja“, sagt Regisseurin Stephanie Mohr und nickt uns im Roten Salon des Theaters der Josefstadt zu, „er hatte etwas grässlich Weitsichtiges. Man liest es und denkt: Mein Gott, wie konnte Ödön von Horváth das alles wissen, das alles ahnen, das alles auf den Punkt bringen? Ja, wie bloß?“

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